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ITSZ Jahresbericht 1996

Das Jahr 1996 war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen in der IT-Struktur. So wurde nach einem Senatsbeschluß eine zentrale Einrichtung für die FH geschaffen: das IT-Servicezentrum (ITSZ). Aufgabe ist die Beschaffung und Koordinierung der Beschaffung von Rechentechnik und Verbrauchsmaterial für die gesamte FH, die Betreuung des Internet­anschlusses und Ausbaus der Vernetzung der Arbeitsplätze. Weitere Aufgaben ergeben sich aus der Betreuung für die im Frühjahr in Betrieb genommenen CIP-Computerpools mit 25 bzw. 17 Arbeitsplätzen.

1.1 Personelle Situation im IT-Servicezentrum

Seit Mai 1996 hat das IT-Servicezentrum einen zweiten Mitarbeiter erhalten. Damit ist erst ein 50%-iger Ausbaustand gemäß Zielausbauplanung erreicht. Die Mitarbeiter des ITSZ sind vollständig aus dem Lehrprozeß ausgegliedert worden. Durch den enormen Anstieg der Studentenzahlen und der technischen Basis im Laufe des Jahres hat sich die angespannte personelle Situation keineswegs entspannt. Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter aus dem Fachbereich Forstwirtschaft, Herr Dietterle, der bis 1995 Aufgaben aus dem IT-Bereich wahrgenommen hat, übergab diese dem neuen Mitarbeiter des IT-Servicezentrum, so daß er sich intensiver der Lehrtätigkeit widmen konnte.

Die vorläufige Aufgabenverteilung im ITSZ wurde so organisiert, daß von den zwei Mitarbeitern im wesentlichen jeweils ein Standort betreut wird. So nimmt Herr Daleske Aufgaben in der Schicklerstraße im Bereich Bibliothek/Bibliothekssystem und im Fachbereich Landschaftsnutzung und Naturschutz/GIS-System wahr, während Herr Bonadt in der Möllerstraße die Verwaltungssysteme (HIS) und die CIP-Pools betreut.

1.2 Stand der Vernetzung und Internetanschluß

Ein großes Vorhaben 1996 war die Vernetzung der wichtigsten Gebäude: das Lehrgebäude des Fachbereiches Forstwirtschaft und des Gebäudes der Landschaftsnutzung. Letzteres mußte aus finanziellen Gründen verschoben werden. Auch die Vernetzung der Verwaltung konnte durchgeführt werden. Das technische Amt ist noch nicht angeschlossen.

Im Juni wurde über den DFN-Verein in Berlin ein 9,6 kbit/s-Internetanschluß in die FH gelegt. Als Internetserver dient eine UNIX-Workstation der Firma Sun. Sie sendet und empfängt Emails und enthält auf WWW-Seiten Informationen über die FH, wie Studienangebote, Veranstaltungstips, Presseerklärungen oder Kontaktinformationen, und Informationen über die Umgebung. Die Seiten für die Fachbereiche wurden zu einem großen Teil von Studenten erarbeitet. Insgesamt war die Bereitschaft an der Gestaltung des WWW-Angebotes mitzuarbeiten eher gering.

Die Statistik der Zugriffe auf die WWW-Seiten der FH zeigt eine stark steigende Tendenz, wobei sich die geringe Übertragungsgeschwindigkeit negativ auswirkt. Bis Ende 1996 waren ca. 350 Nutzer registriert, die mit dem Internet arbeiteten. Eine Einführung in die Benutzung der Internetprogramme wurde in den Lehrveranstaltungen gebracht, bzw. in Freitagsveranstaltungen vermittelt. Eine Einführung für interessierte Mitarbeiter fand im Hörsaal 3 statt.

Die Verbindung zwischen dem Campus Schicklerstraße und Möllerstraße über ISDN, die ursprünglich für die Verbindung der Bibliotheksteile gedacht war, wurde um eine ISDN-Verbindung innerhalb des Campus Schicklerstraße ergänzt, so daß auch der Fachbereich Landschaftsnutzung- und Naturschutz an das Internet angeschlossen wurde (CIP-Pool und ein Professor).

1.3 IT in der Lehre

Für die Lehre im Campus Möllerstraße standen zu Beginn 1996 insgesamt 25 gut und ergonomisch ausgestattete PC des CIP-Pools zur Verfügung. Damit konnte ein insgesamt guter Lehrbetrieb gewährleistet werden. Außerdem standen für individuelles Arbeiten 15 einfache Computer zur Verfügung. Die ganz­tägigen Öffnungszeiten der Computerpools im neuen Gebäude der Forstwirtschaft wurden von den Studenten intensiv genutzt. Alle Computer sind vernetzt und greifen auf einen Windows-NT-Server zu, auf dem Daten zentral gespeichert werden können. Als Drucker steht allen an das Netzwerk angeschlossenen Computern ein leistungsfähiger A3/A4-Drucker sowie ein Farbdrucker zur Verfügung. Für alle nutzbar sind zwei A4-Farbscanner.

Im Campus Schicklerstraße wurde der zweite CIP-Pool mit 17 Arbeitsplätzen erfolgreich in Betrieb genommen. Damit konnte eine qualitativ gute Ausbildung am GIS-System (Geographische Informationssysteme) ArcInfo ermöglicht werden. Problematisch ist lediglich die geringe Raumgröße des Computerpools nach dem Umzug in das Dachgeschoß. Die alten Computer wurden teilweise in einem Digitalisierraum untergebracht oder für Mitarbeiter im Fach­bereich Land­schaftsnutzung verwendet. Der CIP-Com­puter­pool ist mit einem A0-Farbtintenstrahlplotter einem A4-Drucker ausgestattet. Alle Computer sind auch hier vernetzt und greifen auf einen Windows-NT-Server zu. Jeder Arbeitsplatz ist mit einem Digitalisiertablett aus­gerüstet.

Auf allen vernetzten PC’s wurde entgegen der ursprünglichen Planung Windows NT 3.51 als Betriebssystem installiert. Für Programme, die unter Windows-NT noch nicht lauffähig sind (z.B. Programme mit Dongle-Kopierschutz), wurden der CIP-Pool in der Möllerstraße und drei Computer des CIP-Pool in der Schicklerstraße zusätzlich mit dem Betriebssystem DOS/Windows ausgestattet. Die Computer für individuelle Arbeit sind nur mit DOS/Windows installiert. Als Standardsoftware kommt Word für Windows 7.0 (alte Computer mit Word 6.0) und Excel 7.0 (alte Computer Excel 5.0) von Microsoft zum Einsatz. Aufgrund einer verspäteten Verfügbarkeit von Access 7 wurde die ältere Version verwendet. Für die Ausbildung im Bereich Holztechnik wurden Lizenzen für Megacad und Autocad LT 2.0 erworben, für die Ausbildung im Bereich Betriebswirtschaft Lizenzen für SPSS und Microsoft Project.

Im Rahmen des Aufbaus einer einheitlichen IT-Ausstattung für die FH durch das IT-Servicezentrum wird das Client-Server-System bestehend aus Windows-NT-Server und Windows-NT-Workstation favorisiert. Es haben sich erhebliche Vorteile beim Betreuungsaufwand und in Bezug auf Datenschutz und Datensicherheit herausgestellt.

1.4 IT in der Verwaltung

Die IT-Ausstattung der Verwaltung ist immer noch unzureichend. Der Bedarf im Studenten­amt konnte mittels dreier Computer aus der Lehre vorübergehend gedeckt werden. Erst gegen Ende des Jahres konnten diese auf einen Standard aufgerüstet werden, der den Einsatz des sicheren Betriebssystems Windows-NT gestattet.

Auch das Haushaltsamt, das Personalamt und die Sekretariate wurden neu ausgestattet und mit dem Betriebssystem Windows-NT installiert, so daß eine einheitliche Hard- und Softwareausstattung (Word 7 und Excel 7) erreicht wurde. Lediglich auf Seiten des Studentenamtes bleibt ein Nachholbedarf bei der Software, da bislang noch nicht auf Windows-NT aufgerüstet werden konnte, da die nötige Software für die Datenbankanbindung an das UNIX-System nicht verfügbar war..

Der Einsatz der MX300-Anlage von Siemens beschränkte sich überwiegend auf die Nutzung durch das Studentenamt zur Verwaltung der Bewerbungen und Studentendaten. Negativ auf die Einführung effizienter Methoden der Datenverarbeitung in der Verwaltung wirkten sich zum einen Vorgaben aus dem Ministerium aus, die nicht an die Verhältnisse einer Hochschule angepaßt sind (z.B. HKR) und andererseits die mangelnde Qualität bzw. eine unklare Entwicklungsrichtung vorhandener Software (z.B. HIS).

Alte nicht mehr benutzte Terminals wurden abgebaut und die vorhandene Verkabelung für die Vernetzung der Windows-NT-Computer verwendet. Das so entstandene Verwaltungsnetz ist aus Datenschutzgründen nicht mit dem übrigen Netz oder dem Internet verbunden.

6 Bildschirmarbeitsplätze in der Verwaltung waren bis Ende 1996 mindestens mit ergonomischen 17“-Monitoren bestückt, die restlichen mit ergonomischen 15“-Monitoren.

1.5 IT in der Bibliothek

Die Bibliothek besitzt einen Siemens MX300-Rechner mit 9 Terminals, auf dem eine Bibliotheks­­soft­ware (SISIS) läuft. Für Bestandsrecherchen (OPAC) standen 1996 drei Terminals zur Verfügung. Mehrere PC’s verfügen über ein CD-ROM-Lauf­werk, womit Recherchen in Literatur­datenbanken möglich sind, die auf CD-ROM ausgeliefert werden. Die Verbindung der Hauptstelle in der Schicklerstraße mit der Zweig­stelle in der Möller­straße wird über eine ISDN-Leitung mittels zweier Novell-Netware-Router realisiert. Die Ausstattung der Zweigstelle enthält ein PC-Terminal an der Theke, ein Windows-NT Computer für Internet-Recherchen, ein PC mit CD-ROM-Laufwerk für Literatur-Recherchen und einem weiteren Arbeitsplatzcomputer. Mehrere OPAC-Rechercheplätze sind geplant.

Die eingesetzte Software SISIS ist an die Siemenstechnik gebunden. Aufgrund der hohen Kosten bei Reparaturen und Neuanschaffungen bei Siemens mußte eine dringend notwendige Aufrüstung des Systems verschoben werden. Klagen über eine unzureichende Verarbeitungsgeschwindigkeit waren die Folge.

1.6 Öffentlichkeitsarbeit

Bereits zu Beginn des Jahres konnte ein Internetzugang über T-Online (ISDN) eingerichtet werden. In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Betriebswirtschaft wurden an 5 Tagen im März Einführungsveranstaltungen zum Internet für das Eberswalder und Finower Gymnasium abgehalten.

Am 1. Juni wurde von der FH und der AStA ein „Tag der offenen Tür“ veranstaltet. Dazu waren die Computerkabinette und zwei Computer mit Internetzugang über T-Online verfügbar.

Nach Installation des WWW-Servers der FH im Internet wurde durch das ITSZ am 28.8. ein Zeitungsartikel in der regionalen Tageszeitung „Märkische Oderzeitung“ veröffentlicht.

1.7 Schulungen und Unterstützung von Mitarbeitern und Studenten

Schulungen wurden durch das IT-Servicezentrum nicht durchgeführt. Es erfolgten lediglich zwei Einführungen in die Möglichkeiten des Internet. Die Weiterbildung der Mitarbeiter/innen wurde individuell durchgeführt, soweit dies zeitlich vertretbar war. Eine von Herrn Dietterle (wiss. Mitarbeiter Forstwirtschaft, EDV-Lehrkraft) geplante Mitarbeiterschulung wurde von den Mitarbeitern nicht wahrgenommen.

Eine telefonische Erreichbarkeit von IT-Mitarbeitern konnte nur durch Anrufbeantworter gesichert werden. Studenten konnten sich durch den zentralen Computerpool häufig gegenseitig helfen. Die Möglichkeiten der umfangreichen Hilfefunktionen der einzelnen Standardprogramme wurden nur unzureichend genutzt.

1.8 Arbeit der EDV-Kommission

Eine Senatskommission für EDV-Fragen, zusammengesetzt aus Vertretern aller Fach­bereiche und der Verwaltung, arbeitete regelmäßig. Sie beriet Konzeptionen für den weiteren Ausbau der IT-Infrastruktur und gab entsprechende Empfehlungen an Senat und Rektor.

Schwerpunkte der Tätigkeit im Jahre 1996 waren: Umstrukturierung im IT-Bereich durch Schaffung des IT-Servicezentrum, Erarbeitung des IT-Rahmenkonzepts, Internetzugang und Möglichkeiten der Verbesserung, Effektivität und Qualität der EDV-Grundaus­bildung, Möglichkeiten der zentralen (fachbereichsübergreifenden) EDV-Grundausbildung.

1.9 Stand der konzeptionellen Arbeiten, wichtige Entscheidungen

Das IT-Rahmenkonzept für die Fachhochschule wurde weitergeführt und überarbeitet. Darin wird ein Ent­wick­lungs­konzept für die Informationstechnik an der Fach­hochschule beschrieben. Die Planungen für die lokale Vernetzung wurden weiterentwickelt und dem Stand der Bauplanungen für den Campus Schicklerstraße angepaßt.

1.10 Zusammenfassung

Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß auf Grund der angespannten personellen und finanziellen Situation nur relativ kleine Schritte beim Aufbau der IT-Infrastruktur gemacht werden konnten. Der Ausstattungsgrad in der Lehre konnte durch die CIP-Pools enorm verbessert werden; mit dem Personalstand, wie er Ende 1996 existierte, ist die Betreuung der Computertechnik sowie der Nutzer (Mitarbeiter und Studenten) jedoch nicht mehr in ausreichender Qualität realisierbar.

(letzte Änderung: 22.07.2005 von Andreas Bonadt)