Die Jahre 1997 und 1998 waren geprägt durch umfangreiche Veränderungen im IT-Bereich der Fachhochschule. Zu den wichtigsten Veränderungen zählt die grundlegende Neugestaltung des Campus-Netzwerkes in Verbindung mit einem schnelleren Internetanschluß von 128 kbit/s. Hervorzuheben sind außerdem die aktive Mitgestaltung und Planung der Computerinfrastruktur und des Zugangssystems im neu errichteten Betriebswirtschafts-Seminargebäude in der Schicklerstraße und die Aufnahme von zwei Azubis in den IT-Bereich.
Aufgrund von Haushaltskürzungen erfolgten keine Neueinstellungen im IT-Servicezentrum, obwohl der Arbeitsaufwand stark gestiegen ist. Es stellte sich heraus, daß trotz intensivster Bemühungen nicht alle IT-Aufgaben, die in der Fachhochschule anfallen, allein durch das IT-Servicezentrum erledigt werden können. Auf die Mitarbeit der Fachbereiche kann nicht verzichtet werden. Durch die Ausbildung der zwei Azubis in den Berufen Fachinformatiker und Informatikkaufmann entstehen zusätzliche Arbeitsbelastungen.
Die Azubis wurden im Oktober 1997 übernommen und werden für 3 Jahre an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) ihre praktische Ausbildung absolvieren. Ende 1998 wurde außerdem ein Praktikant eingestellt.
Das Campusnetzwerk wurde grundlegend umstrukturiert. Die zum Jahresende 1997 erfolgte Erweiterung der Internetleitungskapazität von 9,6 kbit/s auf 128 kbit/s wurde verbunden mit der Inbetriebnahme einer Standleitung gleicher Leistung zwischen den Campusteilen Schicklerstraße und Möllerstraße. Damit konnte die störanfällige und kostenintensive Wählleitung ersetzt werden. Gleichzeitung wurde der Einspeisungspunkt ins Internet von der Möllerstraße in die Schicklerstraße verlegt, da sich hier im neuen Betriebswirtschaftsgebäude die Mehrzahl der Computerpool-Arbeitsplätze befindet.
Im Zuge der Neubauten in der Schicklerstraße wurde durch das Landesbauamt eine umfassende Vernetzung des gesamten Campusteiles in Auftrag gegeben, wodurch ein leistungsfähiges 100 Mbit/s Backbone-Netz aufgebaut werden konnte. Die Bibliothek bleibt jedoch bis zur Fertigstellung des Neubaus über zwei Novell Netware Router mit dem Campusnetz verbunden. Ein 100Mbit-Anschluß ist vorbereitet. Mit dieser neuen Netzstruktur wurde auch das NT-Domänenkonzept verändert, so daß die Einrichtung neuer Nutzer von einer zentralen Stelle aus erfolgen kann. Die Domänen LFW und FBLNNS wurden deaktiviert; die einzige Domäne ist nun HNEE-EBERSWALDE. Zentrale Server wie der WWW- und Email-Server sowie der Hauptserver für die Nutzereinrichtung wurden nahezu ohne Ausfallzeiten von der Möllerstraße in die Schicklerstraße verlagert. Studenten und Mitarbeiter können nun alle Computerpools, unabhängig vom Standort, nutzen. Die verfügbare Festplattenkapazität des Hauptservers mußte von 27 GByte auf 50 GByte ausgebaut werden. Zum Einsatz kommt ein aus RAID-System zur Erhöhung der Ausfallsicherheit. Bis Ende 1998 wurden fünf 33kbit/s-Modem- und eine ISDN-Einwahlmöglichkeit geschaffen, über die sich Studenten und Mitarbeiter in das Campusnetzwerk und damit ins Internet einwählen können.
Für die Lehre im Campus Möllerstraße stehen insgesamt 25 gut und ergonomisch ausgestattete PC des CIP-Pools zur Verfügung. Damit konnte ein insgesamt guter Lehrbetrieb gewährleistet werden. Außerdem waren für individuelles Arbeiten 8 einfache Computer vorhanden. Die Computerpools im Gebäude der Forstwirtschaft wurden von den Studenten intensiv genutzt. Alle Computer sind vernetzt und greifen auf einen Windows-NT-Server zu, auf dem Daten zentral gespeichert werden können. Als Drucker stehen allen an das Netzwerk angeschlossenen Computern ein leistungsfähiger A3/A4-Drucker sowie ein Farbdrucker zur Verfügung. Für alle nutzbar ist ein A4-Farbscanner.
Im Campus Schicklerstraße wurde der zweite CIP-Pool mit 17 Arbeitsplätzen in das neu errichtete BWL-Gebäude übernommen und durch weitere Computer ergänzt, so daß jetzt für die GIS-Ausbildung 20 Computer zur Verfügung stehen. Damit kann eine qualitativ bessere Ausbildung am GIS-System (Geographisches Informationssystem) ArcInfo ermöglicht werden. Der CIP-Computerpool ist mit einem A0-Farbtintenstrahlplotter, einem A4-Drucker und einem A3-Farbdrucker ausgestattet. Alle Computer sind auch hier vernetzt und greifen auf den zentralen Windows-NT-Server des Campusteiles zu. Fast jeder Arbeitsplatz ist mit einem Digitalisiertablett ausgerüstet.
Für den Fachbereich Betriebswirtschaft wurde ein weiterer CIP-Pool mit 32 PC's angeschafft, auf denen Lehrveranstaltungen durchgeführt werden. Für die individuelle Arbeit gibt es einen zusätzlichen Computerpool mit 13 PC's, wobei ein leistungsfähiger Grafikarbeitsplatz mit A3-Scanner und CD-ROM-Brenner ein wichtiger Bestandteil ist.
Auf allen vernetzten PC’s ist als Standard-Software Microsoft Office installiert. Im CIP-Pool in der Möllerstraße in der 95er Version und in den neu eingerichteten Pools in der Schicklerstraße in der 97er Version.
Mit dem Neubau wurde ein elektronisches Zugangskontrollsystem installiert, welches jedem Studenten die Möglichkeit erschließen soll, täglich rund um die Uhr die Computer der Pools zu nutzen. Die Chipkarten dazu wurden vom ITSZ entworfen und stellen gleichzeitig einen Bibliotheksausweis dar.
Die IT-Ausstattung der Verwaltung wurde verbessert. Die Arbeitsplätze sind vernetzt und mit einem Windows NT 4 Server verbunden. Dieser Server sichert täglich alle wichtigen Daten der angeschlossenen PC's auf ein Bandlaufwerk. Im Studentenamt bleibt Nachholbedarf, da bislang noch nicht alle Arbeitsplätze auf Windows-NT aufgerüstet werden konnten. Es wurde ein neuer Datenbankserver der Firma Sun angeschafft, der allerdings noch nicht installiert und eingesetzt werden konnte. Dieser soll die veraltete MX300-Anlage von Siemens ablösen, deren Nutzung sich überwiegend auf die Verwaltung der Bewerbungen und Studentendaten im Studentenamt beschränkte.
Das Computernetz der Verwaltung ist nicht direkt mit dem Internet verbunden. Für das Senden und Empfangen von Emails und das Aufrufen von WWW-Seiten wurde eine Einwahlmöglichkeit über Modem geschaffen. Eine ähnliche Lösung wurde für die Arbeitsplätze des FB Holztechnik in der Baracke gefunden.
Die Bibliothek besitzt einen Siemens MX300-Rechner mit Terminals und angeschlossenen PC's mit Terminalemulation. Als Bibliothekssoftware wird SISIS eingesetzt. Für Bestandsrecherchen (OPAC) standen 1997 drei Terminals zur Verfügung. Mehrere PC’s verfügen über ein CD-ROM-Laufwerk, womit Recherchen in Literaturdatenbanken möglich sind, die auf CD-ROM ausgeliefert werden. Die alte Verbindung der Hauptstelle in der Schicklerstraße mit der Zweigstelle in der Möllerstraße über eine ISDN-Leitung wurde durch die Standleitung zwischen den Campusteilen abgelöst. Die Ausstattung der Zweigstelle enthält ein PC-Terminal an der Theke, ein Windows-NT Computer für Internet-Recherchen und ein PC mit CD-ROM-Laufwerk für Literatur-Recherchen.
Das Angebot auf dem Webserver der FH wurden wesentlich ausgebaut und durch interaktive Komponenten, wie Anzeigen-, Chat- und Infoseiten ergänzt. Auch das Angebot von Informationen zu den Fachbereichen wurde ausgebaut. Verantwortlich dafür waren die Fachbereiche selbst. Die zentralen Webseiten werden vom ITSZ gepflegt.
Eine Senatskommission für EDV-Fragen, zusammengesetzt aus Vertretern aller Fachbereiche und der Verwaltung, arbeitete regelmäßig. Sie beriet Konzeptionen für den weiteren Ausbau der IT-Infrastruktur.
Schwerpunkte der Tätigkeit im Jahre 1997 waren: Verbesserung des Internetzugangs und die neue IT-Struktur durch Neubauten.
Zusammenfassend muß festgestellt werden, daß trotz der angespannten personellen und finanziellen Situation relativ große Veränderungen realisiert werden konnten, die das Bild der Fachhochschule entscheidend mitprägen. Der Ausstattungsgrad in der Lehre konnte durch die CIP-Pools enorm verbessert werden. Durch den erhöhten Wartungsaufwand für die gestiegene Computeranzahl mußten jedoch wegen fehlendem IT-Personal andere wichtige Arbeiten, z. B. Maßnahmen zur Datensicherheit und zum Ausbau der Verwaltungstechnik, zurückgestellt werden.