ITSZ Jahresbericht 2004
Das Jahr 2004 war aus Sicht des IT-Servicezentrums ein Jahr ohne größere Probleme und kann daher als ein erfolgreiches Jahr angesehen werden. Die Strategie, auf eine einheitliche Soft- und Hardwareausstattung zu achten, hat sich somit weiter bewährt. Die Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Gesamtsystems konnte weiter verbessert werden. Dabei blieben wir bei dem Grundsatz, die Systeme so offen wie möglich zu gestalten und den Zugang so wenig wie möglich einzuschränken.
Trotzdem gab es hier und da kleinere Probleme die an dieser Stelle nicht verschwiegen werden sollen. Nicht alle Vorhaben konnten aus Mangel an Zeit umgesetzt werden. Insbesondere durch die neuen Arbeitszeitregelungen aufgrund des Sozialtarifvertrages verloren wir 2004 insgesamt fast 50 Arbeitstage, die jedoch durch eine Neueinstellung Anfang Oktober wieder ausgeglichen werden konnten.
Ich möchte mit einigen statistischen Daten beginnen. Wir haben zur Zeit knapp 1700 registrierte Nutzer und davon in 2004 ca. 400 neu eingerichtet. Zusätzlich haben wir an den Studentenwohnheimstandorten Bernauer Heerstraße und Strausberger Straße zum Jahresende insgesamt 173 am Netzwerk angeschlossene Benutzer. Es wurde ein Datenvolumen von ungefähr 600 GB in den Wohnheimen benötigt, das sind durchschnittlich 50 GB pro Monat. Für IT-Leistungen wurden insgesamt ca. 500 T€ ausgegeben, davon: 6500 € für Druckkosten in den Pools (für 440.000 Seiten) sowie 4000 € für Farbausdrucke und fast 190 T€ für Software, Daten/Lizenzen, Programmierung und Verträge. Diese Zahlen umfassen die IT-Leistungen der gesamten FH, auch wenn die Beschaffung nicht über das ITSZ lief. Wir betreiben derzeit 14 Server und 5 Router bzw. Firewalls, die rund um die Uhr laufen und ca. 250 Computer. Über 70 Computer sind 2004 hinzugekommen. Die gesamte Serverkapazität, die wöchentlich und teilweise täglich auf Magnetband gesichert wird, beträgt 1.000 GB. Eine Gesamtsicherung dauert 36 Stunden. Allein 100 GB davon sind die Email-Postfächer der Nutzer. Monatlich erreichen uns zwischen 350.000 und 1 Million Emails, wovon die meisten als unerwünschte Spam herausgefiltert werden. Der Anteil von Spam am eingehenden Emailaufkommen hat sich im Laufe des Jahres stetig erhöht: waren im Juli 80% aller Emails Spam, so waren es im Dezember schon 95% aller eingehenden Emails, die als Spam klassifiziert wurden.
Nun zur chronologischen Abfolge der Ereignisse des Jahres 2004. Um einen weiteren Schutz der HNEE-Computer zu ermöglichen (und auch der Computer im Studentenwohnheim) wurden das HNEE-Netz und das Wohnheim-Netz Ende Dezember 2003 auf einen privaten IP-Adressbereich umgestellt, der nicht im Internet verwendet wird und von diesem auch nicht zugänglich ist. Der Betrieb verlief überraschend problemlos. Der Zugang von Außen in das HNEE-Netz und zu den Servern wird vollständig über die Firewall gesteuert. Trotzdem gelang es italienischen Hackern am 15.1. unseren Webserver für 2 Tage als Filmtauschserver zu missbrauchen. Diese Sicherheitslücke wurde geschlossen. Nach zwei Monaten Installation und Test konnten Mitte März die beiden Pools vom FB Wirtschaft komplett mit neuen Computern bestückt werden. Gleichzeitig entstanden neue Notebookanschlüsse. Die Aussonderung alter Computer wurde begonnen und bis zum Jahresende durchgeführt. Ebenfalls im März wurde das gesamte HNEE-Netzwerk umgestellt und neue Firewalls in Betrieb genommen. Im April stellen wir mittels des neuen und des alten Backupservers unsere Sicherungsstrategie um, so dass immer alle Daten jeweils gespiegelt am anderen Campus lagern. Zudem wird eine tägliche Änderungssicherung eingeführt.
Durch den Ausbau von Studentenwohnheimen in der Strausberger Straße durch das Studentenwerk Frankfurt/Oder können wir bis Ende September 150 Wohneinheiten an unser Netz anschließen. Dazu wurde ein neuer Wohnheimrouter installiert und das Verwaltungsverfahren für uns geändert. Dadurch wurde die Beantragung und die Kontrolle des Datenvolumens wesentlich vereinfacht.
Durch den Auszug des Deutschen Entomologischen Institutes aus dem Haus 5 in der Schicklerstraße und den Einzug von HNEE-Mitarbeitern mussten wir dieses Gebäude netzwerktechnisch komplett neu verkabeln und anschließen lassen. Dies war bis Mitte September geschehen, so dass die ersten Mitarbeiter einziehen konnten. Wie alle Gebäude, ist auch dieses über eine 1 Gbit/s-Glasfaserleitung mit dem übrigen HNEE-Netz verbunden.
Nach einem langwierigen und bereits im Mai begonnenen Verfahren konnten wir schließlich zum 1.10. einen neuen Mitarbeiter im IT-Servicezentrum einstellen, der sich vorrangig um den Verwaltungsbereich kümmern soll. Die Wahl fiel auf Herrn Andreas Thun, der vor vielen Jahren an der FH Holztechnik studierte und später eine IT-Laufbahn einschlug. Insgesamt gingen 79 Bewerbungen ein.
Auch 2004 blieben wir trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht von Virusangriffen verschont. So führte am 5.10. der Virus "Kongo.worm" dazu, dass etliche Computer sich einfach abschalteten. Mit ein wenig Detektivarbeit konnten wir aber den bzw. die Verursacher ausfindig machen und den Virus eliminieren.
Zwischen Oktober und Dezember wurden große Ausschreibungen und Beschaffungen durchgeführt, da 3 große Fördergeldanträge genehmigt wurden. Dabei handelt es sich um europäische Förderungen im Rahmen des EFRE-Programms über insgesamt 430.000 € Investitionssumme wovon die Hälfte über EFRE gefördert wurde. Wesentliche Teile aus den EFRE-Förderungen sind: ein Web-Content-Management-System (CMS) mit Neugestaltung unseres Webauftritts, ein umfassender Wireless-LAN-Ausbau der FH, die Ausstattung des Hörsaalneubaus in der Möllerstraße, ein komplett neues Bibliothekssystem, ein GPS-System zur Wildbeobachtung, GIS-Software und -Daten, sowie kleinere Dinge, wie Notebooks, Beamer oder anderes.
Im Dezember konnten wir unsere Festplattenkapazität auf den Servern erweitern und Engpässe beseitigen (Laufwerk S etc.). In den letzten Tagen des Jahres haben wir schließlich noch den Email-Server auf ein neues moderneres System umgestellt. Zur Verwaltung der Postfächer dient jetzt Exchange 2003 welches auf einem Windows 2003 Server läuft.
Zur Zeit wird in der FH noch Windows 2000 als Standardsystem bei Servern und Arbeitsplatzcomputern verwendet. Zusammen mit Office 2000 Professional konnten wir lange Zeit einen stabilen Betrieb gewährleisten. Wir sind jetzt technisch aber so weit ausgestattet, dass wir durchaus den nächsten Schritt gehen und auf Nachfolgeversionen updaten könnten. Wir prüfen gerade folgende Konstellation: Windows 2003 Server und -Domäne mit Windows XP Professional Arbeitsplatzcomputern. Als Standardsoftware soll Office 2003 Professional eingesetzt werden, was bedeuten würde, eine Version zu überspringen (Office XP).
Viele der im Jahre 2004 getätigten Beschaffungen werden vermutlich erst in einigen Monaten zur Anwendung kommen und für alle sichtbar und nutzbar werden. Viele Probleme müssen noch gelöst werden.
Bisher ist die Arbeitsbelastung für das ITSZ stetig gestiegen, so dass immer weniger Zeit blieb, die Serviceleistung auszubauen und Verfahren zu optimieren. Wir haben immer versucht die richtige Balance zu finden, um einerseits den Betrieb der Technik aufrecht zu erhalten und andererseits unsere "Dienstleistungen" zu erbringen (z.B. Help-Desk/Nutzer-Support, Beratung, etc.). Durch unsere wechselnden Einsatzgebiete war die telefonische bzw. persönliche Erreichbarkeit nicht immer gegeben.
Für Anregungen oder überhaupt Feedback in Form von positiven oder negativen Meinungsäußerungen sind wir jederzeit empfänglich und würden uns darüber freuen.
Am Schluss noch ein Wort zum Thema Fundsachen und ein Appell an die Ehrlichkeit. Denn Ehrlichkeit scheint für einige Studenten ein Fremdwort zu sein. Immer wieder passiert es, dass in den Computerpools etwas liegengelassen wird. So zum Beispiel in letzter Zeit immer häufiger USB-Sticks. Leider zeigt die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr, dass nur die Hälfte der Sticks von ehrlichen Findern bei uns abgegeben wird, alles andere wird gestohlen. Dass oftmals wichtige persönliche Daten und Arbeiten darauf gespeichert sind, scheint die Diebe offenbar nicht zu beeindrucken. Muss das sein? Wir möchten Sie hiermit bitten, alle gefundenen Gegenstände bei den ITSZ-Mitarbeitern abzugeben. Auch ein Hinweis für alle, die etwas verloren haben: fragen Sie bei uns nach! In unserem "Fundbüro" sind schon einige Dinge liegengeblieben.
In diesem Sinne wünschen wir allen ein erfolgreiches und schönes 2005!
ITSZ
(letzte Änderung: 22.07.2005 von Andreas Bonadt)