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Lehrkonzeption Entrepreneurship
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Das immer wieder zu praktizierende Erkennen und Ergreifen von Chancen auf Gewinn und die innovative Neukombination von Produktionsfaktoren stellen zentrale Elemente der Tätigkeit eines Entrepreneurs dar. Hierzu benötigt der Entrepreneur ein überdurchschnittliches Urteilsvermögen und eine hohe Entscheidungsfreudigkeit, die mit einer hohen Qualität der Entscheidungen einhergehen. „Charakteristisch für das typischerweise einem Entrepreneur Eigene, das im Schumpeterschen Prozess ständig unvorhersehbar Neues hervorbringt, ist das Moving-Target-Problem – also die konstitutionelle Unfassbarkeit dynamisch komplexer Phänomene“ (Blum, 2001).

Damit steht die Förderung der Entscheidungsfähigkeit des Entrepreneurs im Vordergrund der Ausbildung an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH). Dem unausweichlichen Zwang zum Treffen von exzeptionellen Entscheidungen, dem sich zukünftige Entrepreneure konfrontiert sehen werden, kann dadurch Rechnung getragen werden, dass insbesondere Zusammenhangswissen über die Wirkungsweise ökonomischer Prozesse in und für Unternehmen vermittelt und die Fähigkeit und Lust des Entscheidens gefördert wird. Im Entrepreneurship-Lehrprogramm wird zwischen generell lehrbaren unternehmerischen Grundlagen- bzw. Spezialwissen und lediglich förderbaren Fähigkeiten unterschieden werden.

Veranstaltungen zur Vermittlung des unternehmerischen Grundlagenwissens legen den Grundstein, um den Entscheidungen und komplexen Aufgaben, mit denen Gründer von Unternehmen alltäglich konfrontiert werden, gewachsen zu sein. Neben der Vermittlung des gründungsspezifischen Wissens und der Wissenserweiterung beispielsweise zu volkswirtschaftlichen Wirkungen von Unternehmensgründungen und der Unternehmensgründungsforschung, werden die Fertigkeiten des Problemlösens und Entscheidens, das kreativstrategische Denken und Handeln sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion der eigenen Gründerpersönlichkeit gefördert. Eine praxisorientierte Entrepreneurship-Ausbildung vermittelt zukünftigen Jungunternehmern das notwendige Rüstzeug mit Hilfe der folgenden drei Veranstaltungsreihen:

 

 I.
Entwicklung der Gründerpersönlichkeit
II.
Grundlagenwissen/ fachbezogene Basisqualifikation
III.
Gründungsbezogenes Spezialwissen
  • Die Person des Unternehmens-gründers (Benedikt, ES 1)
  • Zeitplanung und Selbstmanagement (Benedikt, ES 1)
  • Gesprächsführung/ Verhandlung mit Kunden (Benedikt, ES 3)
  • Rhetorik und Präsentation: Der professionelle Auftritt vor Kunden und Mitarbeitern (Benedikt, ES 1)
  • Moderation von Konflikten und Besprechungen (Benedikt, Blockseminar)
  • Mitarbeiterführung (Benedikt, Blockseminar) 
  • Entrepreneurship als ökonomischer Prozess (ES 2) 
  • Unternehmens-finanzierung und Investition (Mönkhoff/ Benedikt, Blockseminar)
  • Entwicklung eines marktfähigen Unternehmenskonzepts/ Businessplanwettbe-werb (ES 4, Dozententeam)

 

I. Entwicklung der Gründerpersönlichkeit

Immer wieder stellt sich die Frage, ob bestimmte Persönlichkeitseigenschaften mit unternehmerischem Erfolg in Zusammenhang stehen. Zwar gibt es kein nachweisbares „Unternehmer-Gen", das man in die Wiege gelegt bekommen hat, jedoch sollten Entrepreneure doch bestimmte Voraussetzungen mitbringen, wenn sie sich selbstständig machen möchten.

Nicht jeder ist zum Unternehmer geeignet und auch nicht jeder wird mit einer eigenen Firma glücklich werden. Bei der Überlegung, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, sollten Studenten deshalb ihre persönlichen und fachlichen Voraussetzungen unter die Lupe nehmen und versuchen, ihre Eigenschaften und Fähigkeiten möglichst realistisch einzuschätzen.

Die angebotenen Seminare gehen daher der Frage nach, ob Unternehmenserfolg etwas mit der Persönlichkeit des Unternehmensgründers zu tun hat. Es soll verdeutlicht werden, dass es nicht nur auf das Wissen, das sich der Entrepreneur im Laufe seiner Entwicklung durch Ausbildung oder spezielle Berufserfahrung angeeignet hat, ankommt, sondern auch auf die so genannten „soft skills“.

 

II. Grundlagenwissen/fachbezogene Basisqualifikation für Unternehmensgründer

Entrepreneurship als ökonomischer Prozess (ES 2)

Die Vorlesung gibt einen umfassenden Einblick in die Aufgaben eines Entrepreneurs aus der ökonomischen Sicht. Im Zentrum steht dabei das unternehmerische Denken, das sowohl „normale“ Unternehmer auszeichnet als auch im Zentrum des Handelns von Entrepreneuren stehen sollte. Damit entstehen Spannungsbögen von der Begriffsklärung über die Erfolgsfaktoren bis zu den Umfeldbedingungen, vom strategischen Verhalten über die Geschäftsplanung bis hin zum Risikomanagement. Fallstudien bieten die Möglichkeit, das vermittelte Wissen an praxisnahen Beispielen anzuwenden und geben für die Studenten Gelegenheit zur Diskussion.

 

III. Spezialwissen für Unternehmensgründer

Businessplanwettbewerb/ Entwicklung eines bankfähigen Unternehmenskonzepts (ES 4)

In dieser Veranstaltungsreihe wird Spezialwissen vermittelt, welches für eine Unternehmensgründung notwendig ist. Somit bietet die Vorlesung einen guten Einstieg in die betriebswirtschaftliche Materie aus gründungsorientierter Sicht. Der Aufbau der Veranstaltungsreihe orientiert sich dabei an den zentralen betrieblichen Funktionen wie Marketing, Steuern, Organisation oder Finanzierung. Ziel ist es, neben der Wissensvermittlung auch das unternehmerische Denken zu fördern.

Im Mittelpunkt der Vorlesung stehen Vorträge von Fachexperten sowie erfolgreichen Gründern, die verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in die unternehmerische Selbstständigkeit aufzeigen. Die Vielfalt der Themen bietet einen umfassenden Einblick in die Facetten einer Unternehmensgründung, so z.B. Ausgründungen aus einer Hochschule oder Eröffnung eines Unternehmens auf Franchise-Basis. Neben den Unternehmern, die ihren ganz persönlichen Weg zum eigenen Unternehmen schildern, sollen die Studenten realistische Fallstudien bearbeiten. Exkursionen in junge Brandenburger Unternehmen sind fakultativer Bestandteil der Vorlesungsreihe.

 
  

 

 

(letzte Änderung: 12.03.2008 von Ulf Leusmann)