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BIODEM

Versuchs- und Demonstrationsflächen zum Anbau schnellwachsender Baumarten im Kurzumtrieb

 

Im Forschungsprojekt BIODEM betreibt die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) seit dem Frühjahr 2006 Versuchs- und Demonstrationsflächen zum Anbau schnell wachsender Baumarten im Kurzumtrieb auf verschiedenen Flächen im Land Brandenburg.

Der Anbau von Energieholz wurde in den vergangenen Jahren in Deutschland verstärkt diskutiert und praktiziert. Er bietet Landwirtschaftsbetrieben die Möglichkeit, zusätzliche holzartige Biomasse zur energetischen Verwertung bereitzustellen. Der Agrarholzanbau ist erwiesenermaßen umweltfreundlicher, als der intensive konventionelle Anbau anueller landwirtschaftlicher Biomasse-Kulturen, wie z.B. Mais zur Biogasproduktion. Hervorzuheben ist beispielsweise die geringere Menge an Stoffeinträgen oder die deutlich längere Bodenruhe.

Energieholz im Kurzumtrieb bietet sich zur Versorgung kleinere wie größerer, lokaler wie überregionaler Energieprojekte an, wie beispielsweise Hackschnitzelheizungen, Heizkraftwerke oder Co-firing in Kohlekraftwerken. Darüber hinaus können Hackschnitzel aus Kurzumtriebsplantagen zur Produktion von BtL-Kraftstoff genutzt werden. Im Jahr 2010 wurden deutschlandweit etwa 3.500 ha Kurzumtriebplantagen betrieben, davon der weitaus größte Teil (ca. 1250 ha) in Brandenburg. 

Verschiedene Projekte haben sich in den letzten Jahren mit dem Anbau von Kurzumtriebsplantagen befasst. Besonders hervorzuheben sind die Projekte DENDROM, AgroWood, Novalis und ProLoc. Der NABU hat sich ebenfalls intensiver damit auseinandergesetzt und eine in der Szene vielbeachtete Studie vorgelegt.

 

 Pappeln in einer Kurzumtriebsplantage  Bodenkundlich-meteorologische Messstation auf einer Versuchsfläche
 Stemster  Anlage von einem Sortenversuch auf Grünland, Pflanzung von Steckruten per Erdbohrer
 4 Monate alter Wiederaustrieb von Weide nach Rückschnitt  Feldarbeit zur Ernte und ertragskundliche Erfassung von schnellwachsenden Baumarten
 Wiederaustrieb von Robinien, 4 Monate nach dem Rückschnitt  Anlage eines neuen Sortenversuches

 

 

Mittlerweile wurden im Projekt BIODEM über 20 Versuchs- und Demonstrationsflächen angelegt. Sie unterscheiden sich vor allem in der Grundwasserverfügbarkeit, der Bodenqualität und der Vornutzung. Durch die räumliche Verteilung der Flächen in den verschiedenen Regionen des Landes Brandenburg und darüber hinaus werden zudem lokalklimatische Einflüsse und Gegebenheiten berücksichtigt.

Die Versuche werden in einer dreijährigen Rotation bewirtschaftet. Es handelt sich um randomisierte Blockanlagen. Je nach Untersuchungsfläche wurden 29 bis 35 Prüfglieder angepflanzt (siehe Tabelle 1). Zum Erntezeitpunkt werden destruktive, ertragskundliche Messungen am Aufwuchs durchgeführt. Darüber hinaus finden weitere wissenschaftliche Begleituntersuchungen statt. So werden auf den unterschiedlichen Flächen auch standortkundliche Parameter erhoben.

Die Sortenversuche befinden sich auf ehemals ackerbaulich genutzten Standorten, ehem. Stilllegungsflächen und Rieselfeldern. Verwendete Baumarten sind Weide (Salix spec.), Pappel (Populus spec.), Robinie (Robinia pseudoacacia), Eschenblättriger Ahorn (Acer negundo), Weißerle (Alnus incana) und Götterbaum (Alianthus altissima).

 

Tabelle 1: Auswahl untersuchter Sorten von Weiden und Pappeln 
Gattung Sorte
Pappel Max 1, Max 3, Max 4,  AF 2, AF 6, AF 8, Monviso, NE 42, Androscogin, Muhle - Larsen, Weser 6, Grimminge, Oudenberg, Vesten, Muur
Weide

Tora, Tordis, Inger, Sven

1013, 1023, 1033, 1047, 1053, 1054, 1056, 1156, Sprint, Start , Turbo

S 178, S 182, S 183, S 184, S 194

Zieverich

  

Auf 4 Versuchsflächen wurden bodenkundlich-meteorologische Messstationen eingerichtet. Mit deren Hilfe ist es möglich Parameter wie Niederschlag, Globalstrahlung oder Bodenfeuchte kontinuierlich zu erfassen.

Über die Sortenversuche hinaus besteht Zugang zu KUP-Praxisanlagen der CHOREN Industries GmbH in Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern (Polen) unterschiedlichen Alters. Diese Plantagen stocken ebenfalls mit unterschiedlichem Baumarten- und Sortenspektrum unf unterschiedlichsten Standorten. Sortenversuche und Praxisflächen zusammen ermöglichen mittelfristig voraussichtlich eine fundierte Beurteilung der Anbaueignung einzelner Baumarten und -sorten im Hinblick auf die jeweiligen Standortbedingungen.

Das Projekt wird finanziert mit Mitteln der PCK Raffinerie GmbH, der Volkswagen AG und der Vattenfall AG.

 

Kontakt:

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH)
Alfred-Möller Str. 1
16225 Eberswalde

Prof. Dr. Dieter Murach
Projektleiter
Tel: ++49 (3334) 657192

Rainer Schlepphorst (Projektkoordinator)
Tel: ++49 (3334) 657294

Holger Hartmann
Tel: ++49 (3334) 657173

(letzte Änderung: 31.08.2011 von Rainer Schlepphorst)