
Der globale Klimawandel macht sich, regional differenziert, bereits heute bemerkbar und wird sich in den nächsten Jahrzehnten zunehmend beschleunigen. Seine Auswirkungen auf Biodiversität und Gesellschaft stellt auch den Naturschutz vor die Herausforderung, sich an diese langfristig wirksame Dynamik anzupassen. Handlungsbedarf entsteht auf allen strategischen Ebenen, von der Revision der Zielsetzung und der Wahl der Schutzobjekte über die Neukonzeption der flächenkonkreten Maßnahmen, z.B. in Schutzgebieten, bis hin zur Anpassung der politischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Hier setzt das INKA BB-Teilprojekt zur Anpassung des administrativen Naturschutzes an den Klimawandel an.
Von der Arbeitsgruppe des Naturschutz-Projekts an der HNEE werden folgende Leitfäden erarbeitet:
Die Erarbeitung der Leitfäden geschieht auf der Grundlage einer detaillierten Analyse der Vulnerabilität einer repräsentativen Auswahl von Schutzgebieten im Projektraum und ihrer Schutzobjekte (Arten sowie Ökosysteme und ihre Dienstleistungen) gegenüber dem Klimawandel. Dabei kann das Projekt u.a. auf wissenschaftliche Vorarbeiten zu Sensitivitäts- und Vulnerabilitätsanalysen von Schutzgebieten in Deutschland aufbauen, die im vom BfN geförderten Projekt „Schutzgebiete Deutschlands im Klimawandel — Risiken und Handlungsoptionen“ erarbeitet wurden. Weiterhin liefert die bereits seit 1997 laufende ökosystemare Umweltbeobachtung in der Region wichtige Informationen über Zustand und Veränderung unterschiedlicher Ökosysteme. Auch das Projekt DSS-WAMOS, das für die in der Projektregion weit verbreiteten, dabei hochgradig klimasensitiven und landschaftsökologisch für die Anpassung elementaren Moore individuell angepasste Managementstrategien liefert, kann wichtige Ergänzungen zum bestehenden Vorhaben beitragen. Mit Hilfe der Vulnerabilitätsabschätzung werden schutzgebietsspezifische Handlungsoptionen zur Anpassung des Naturschutz-Managements erarbeitet. Betrachtungsraum sind keineswegs nur die Schutzgebiete, sondern die gesamte Landschaft im Projektraum und ihr aktuelles und potentielles Naturschutz-Potenzial (Arten, Lebensräume, Ökosystemleistungen). Auch aktuell nicht ausdrücklich benannte Schutzobjekte (z.B. den Kulturpflanzen nächstverwandte Wildarten, ganze Wassereinzugsgebiete, Ökosysteme gemäß Kohlenstoffspeicherfunktionen, Grundwassereinspeisung etc.) werden diskutiert.
Zur inhaltlichen Abstimmung und Validierung ist die Partizipation von Partnern aus der Naturschutzpraxis vereinbart. Darüberhinaus soll das Vorhaben von der Expertise einer Projektbegleitenden Arbeitsgruppe unterstützt werden, in der alle relevanten Akteursgruppen vertreten sind. Diese soll die Keimzelle für einen nach Ablauf des Projektes weiter wirkenden Fachrat zur Problematik bilden.
Schutzgebiete in Brandenburg und im INKA BB-Projektraum:

Weitere Informationen zu INKA BB und den Teilprojekten finden Sie auch unter: www.inka-bb.de
Photo: P. Ibisch.
Text: veränderter Auszug aus
Strixner, L., J. Blatt, S. Kreft, C. Schulz, P.L. Ibisch & V. Luthardt (2010): Anpassung des administrativen Naturschutzes an den Klimawandel — Managementoptionen und Gestaltung der politischen Instrumentarien im Land Brandenburg. S. 39-42 in H. Korn, R. Schliep, J. Stadler (Hg.): Biodiversität und Klima. Vernetzung der Akteure in Deutschland VI. Ergebnisse und Dokumentation des 6. Workshops. (BfN-Skripten 263.)