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3L - Lebenslanges Lernen in ökologisch wirtschaftenden Betrieben

Das Forschungsprojekt des Fachbereichs „Landschaftsnutzung und Naturschutz“ bietet Landwirten die Möglichkeit, die Kooperation zwischen der Hochschule und der landwirtschaftlichen Praxis im Land Brandenburg für den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb zu nutzen.

Das Projekt mit den beiden Arbeitsfeldern "Marketingkonzeptionen" und "Ökonomie" befasst sich mit den Zukunftsperspektiven landwirtschaftlicher Betriebe unter den derzeitigen und den zu erwartenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Zusätzlich zum Europäischen Sozialfond (ESF) trägt das Land Brandenburg die Finanzierung des Projektes. Ziel ist es, die landwirtschaftlichen Unternehmerinnen und Unternehmer im Rahmen von Aktivitäten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung darin zu unterstützen, Ideen und Strategien zur zukünftigen Ausrichtung ihrer Betriebe zu entwickeln und umzusetzen. Denn die Sicherung bzw. Stärkung einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft ist von großer Bedeutung für das Land Brandenburg.

Das Arbeitsfeld „Wissensbedarf für die Entwicklung von Marketingkonzepten" ist insbesondere für diejenigen Unternehmen interessant, die alternative Wege der Vermarktung nutzen bzw. für den eigenen Betrieb in Erwägung ziehen und für sich persönlich oder ihre Mitarbeiter an einer beruflichen Weiterbildung zum Thema Marketing interes­siert sind. Marketing von landwirtschaftlichen Produkten ist ein komplexes Themenfeld, das beispielsweise die kon­krete Planung und Umsetzung von Vertriebswegen, die Preisgestaltung, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit oder die betriebliche Standortbestimmung umfasst. Die innovativen Weiterbildungs- und Beratungsangebote sollen in enger Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Betrieben entwickelt und erprobt werden. Die Weiterbildungsangebote un­mittelbar an die Bedürfnisse der Praxisbetriebe anzupassen, steht hierbei im Vordergrund.

Das Arbeitsfeld „Ökonomische Bewertung betrieblicher Entwicklungsstrategien“ konzentriert sich auf die Analyse von typischen Produktionsverfahren der Mutterkuh- und Schafhaltung, des Ackerbaus und der Milchproduktion. Das Projekt zielt darauf ab, die Auswirkungen der aktuellen und der zukünftig zu erwartenden wirtschaftlichen und agrarpolitischen Verände­rungen zu analysieren. Darauf aufbauend sollen gemeinsam mit Landwirten aus Brandenburg ein­zelbetriebliche Entwicklungsstrategien für die nächsten Jahre abgeleitet und diskutiert werden.

Außer der Beteiligung bei den beiden beschriebenen Projekten gibt es noch die Möglichkeit für ökologisch wirtschaftende Betriebe, sich dem Netzwerk Studienpartner Ökobetrieb anzugliedern. In diesem Rahmen ermöglicht der Fachbereich "Landschaftsnutzung und Naturschutz"

  • einen intensiven fachlichen Austausch bei der Durchführung von Forschungs- und Studienprojekten, denn der enge Bezug zur landwirtschaftlichen Praxis ist für die Hochschule von zentraler Bedeutung;
  • verschiedene Vortragsveranstaltungen und Seminare, zu denen wir Sie gern einladen möchten.

Interessierte Betriebsleiterinnen oder Betriebsleiter von ökologisch oder konventionell bewirtschafteten Betrieben möchten wir recht herzlich bitten, sich per Fax, telefonisch oder per Email bei Prof. Dr. A.-M. Häring, Prof. Dr. J. Pape oder den Mitarbeiterinnen Dr. S. von Münchhausen oder M.Sc. E. Juister zu melden.

Kooperationsangebote für ökologisch wirtschaftende Betriebe

Faxantwort bei Interesse


Hintergrund und Ziele


Ökolandbau im Land Brandenburg von zentraler Bedeutung

Im Land Brandenburg spielt der ökologische Landbau eine zentrale Rolle. Im bundesweiten Vergleich hat das Land den höchsten Anteil an ökologisch bewirtschafteter Fläche. Jährlich stellen weitere Betriebe auf eine ökologische Wirtschaftsweise um; gleichzeitig steigt die Nachfrage nach ökologisch erzeugten Lebensmitteln, insbesondere nach regionalen Bio-Produkten.

Dem hohen Flächenanteil stehen Engpässe in der Verarbeitungs- und Vermarktungsstruktur regionaler Bio-Produkte gegenüber. Erfahrungen aus den westlichen Bundesländern zeigen, dass die Möglichkeiten für alternative Absatzstrukturen im Großraum Berlin noch nicht vollständig erschlossen sind.


Ausweitung des Ökolandbaus im Land Brandenburg angestrebt

Vor diesem Hintergrund hat sich die Landesregierung das Ziel gesetzt, den ökologischen Landbau als wichtigen Bestandteil der Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte im Land Brandenburg gezielt zu fördern.


Ziele des Projektes

Die Anforderungen an die landwirtschaftlichen Unternehmerinnen und Unternehmer steigen, da sich Märkte für Betriebsmittel und Verkaufsprodukte schneller verändern als früher und auch die natürlichen und agrarstrukturellen Produktionsbedingungen einem deutlichen Wandel unterzogen sind. Das hat unmittelbare Auswirkungen auf die betrieblichen Entscheidungen. Der Austausch von Wissen und Erfahrungen, die Einführung von technischen und organisatorischen Neuerungen und die individuelle Weiterbildung der in der Landwirtschaft Beschäftigten haben eine zentrale Bedeutung für die Zukunftssicherung der Betriebe. Die Konzepte des lebenslangen Lernens zielen darauf ab, den Wissensaustausch zwischen Praktikern einerseits und zwischen Praktikern und Wissenschaftlern, Lehrenden und Studierenden der Hochschule andererseits zu begünstigen und dauerhaft zu etablieren.

Das ESF-Projekt ‚Etablierung eines partizipatorischen Ansatzes für das lebenslange Lernen in ökologisch wirtschaftenden Betrieben in Brandenburg’ setzt sich zum Ziel, den Zugang zu Wissen rund um die individuelle Betriebsentwicklung zu erleichtern. Das Projekt ist in zwei Arbeitsfelder (Link zur Seite) untergliedert.


Lebenslanges Lernen als zentraler Bestandteil der erfolgreichen Betriebsentwicklung

Vor dem Hintergrund der gestiegenen Dynamik in Wirtschaft und Gesellschaft wächst die Bedeutung des lebenslangen Lernens. Kompetenzanforderungen wandeln sich rasch und sind gleichzeitig zur Bewältigung zukünftiger Herausforderungen zunehmend wichtig: Für die Landwirte ist vor allem ein solides Methodenwissen zur Erarbeitung und Umsetzung individueller Betriebsentwicklungsstrategien wichtig. Traditionell hat die landwirtschaftliche Beratung strategische Unternehmensentwicklungen landwirtschaftlicher Betriebe begleitet. Seitdem im Land Brandenburg jedoch die landwirtschaftliche Offizialberatung - wie in nahezu allen ostdeutschen Bundesländern - im Jahr 2002 vollständig privatisiert wurde, ist der freie Zugang zu strategischem Wissen für einen Teil der in der Landwirtschaft Beschäftigten erschwert. In den regionalen Weiterbildungsangeboten für Fach- und Führungskräfte in der Landwirtschaft konnten bislang Teilaspekte hiervon aufgefangen werden.

Grundlage individueller Betriebsentwicklungsstrategien ist auch der Zugang zu spezifischen Planungsdaten. Häufig aber liegen wesentliche einzelbetriebliche Kennzahlen in den landwirtschaftlichen Betrieben nicht in ausreichendem Umfang vor. Hier setzt das Arbeitsfeld „Ökonomie“ des ESF-Projektes gezielt an, indem es Wirtschaftlichkeitsberechungen für ausgewählte Produktionsverfahren bereitstellt, die typisch für das Land Brandenburg sind.


Projektleitung

Prof. Dr. Anna Maria Häring

Projektmitarbeiter/innen

Prof. Dr. Jens Pape

Evelyn Juister

Dr. Susanne von Münchhausen

LASA-Projektnummer: 1230083

Projektlaufzeit: 01/2011-12/2013



Projektförderung

Das Projekt wird gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg. Investition in Ihre Zukunft.

                                                                                          


(letzte Änderung: 08.05.2012 von Olaf Goldschmidt)