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„Grenzüberschreitender Naturschutz kann zur Heilung und Verminderung von Konflikten beitragen“

Exkursion in den National Park Unteres Odertal

Während der ersten Konferenz zum Konferenz zum Ökosystemmanagement in der Grenzregion Ukraine-Rumänien-Moldau an der HNEE fand auch eine Exkursion in den Nationalpark Unteres Odertal (hier zu sehen vorm Beobachtungsturm in Mescherin) — auf deutscher und polnischer Seite — statt. Dabei konnten die Teilnehmer*innen Anregungen für Aktivitäten im Gespräch mit Michael Tautenhahn, stellv. Park-Direktor, sammeln.
© HNEE 2017

In dieser Woche fand erstmals an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) in Kooperation mit dem Zentrum für Ökonik1 und Ökosystemmanagement eine Konferenz zum Ökosystemmanagement in der Grenzregion Ukraine-Rumänien-Moldau statt. Vertreter*innen der Länder tauschten sich über aktuelle Entwicklungen und gemeinsame, grenzüberschreitende Projekte aus. Im Interview fasst Prof. Dr. Pierre Ibisch, Initiator des Vorhabens, die Ergebnisse der Konferenz zusammen.

Mit welchen Eindrücken gehen Sie aus der Konferenz heraus?

Prof. Dr. Pierre Ibisch: Die Diskussionen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Naturschutz mit Teilnehmer*innen aus sechs Ländern, die Hochschulen, Nichtregierungsorganisationen und Schutzgebiete repräsentierten, haben bestätigt, wie wichtig das Thema gerade auch in der Region Osteuropa ist. Der eiserne Vorhang in Mitteleuropa ist gefallen, doch neue 'harte' Grenzen sind entstanden, welche Mensch und Natur zerschneiden. Wir sind ermutigt, hierzu weiter forschend und beratend tätig zu sein. Grenzüberschreitender Naturschutz ist ein Beitrag zur Verminderung von Konflikten und zur Schaffung von Frieden und Verständigung. So sahen das unsere Kolleg*innen z.B. aus der Ukraine, aus Rumänien und der Republik Moldau auch.

Welche Denkanstöße hat es für die künftige Zusammenarbeit gegeben? Und wie werden diese künftig umgesetzt?

Es gibt vielversprechende Initiativen z.B. an der Grenze zwischen Rumänien und der Ukraine, die der Unterstützung bedürfen. Hier könnte ein grenzüberschreitendes UNESCO-Biosphärenreservat idealerweise neue Impulse für die nachhaltige Entwicklung und für eine erfolgreiche Kooperation geben. Wir haben das Thema der Flüsse besprochen, welche häufig Landesgrenzen darstellen, aber als Ökosysteme für Offenheit und Zusammenhang stehen. Mit alten und neuen Partnern erwägen wir, hierzu einen Projektantrag zu entwickeln. Wir haben auch auf einer Exkursion ins Odertal — auf deutscher und polnischer Seite — Anregungen für Aktivitäten erhalten.

Warum ist das Thema der Konferenz so wichtig für den Umweltschutz in Europa?

Europa ist geopolitisch ein von der Geschichte gebeutelter Flickenteppich mit zu vielen Grenzen, an denen sich Konflikte entzündeten und weiterhin entzünden. Grenzüberschreitender Naturschutz kann zur Heilung und Verminderung von Konflikten beitragen, fördert Verständigung und Austausch auf einem neutralen Gebiet. Wenn Grenzen offener sind und Naturschützer über Grenzen hinweg zusammenarbeiten, bedeutet dies nicht nur für die Menschen, sondern auch für die dann besser geschützte Natur einen Gewinn.

Über das Zentrum für Ökonik und Ökosystemmanagement (Centre for Econics and Ecosystem Management) in Eberswalde: 2011 gemeinsam gegründet von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und dem Writtle University College (Großbritannien)gilt es als Institution, die als Schnittstelle für Kooperation und Internationalisierung von Projekten im Bereich Umweltschutz fungiert. Der Fokus liegt hierbei auf dem Zusammenspiel von nachhaltigem Ökosystemmanagement und dessen Beitrag zur Völkerverständigung, Konfliktprävention und Friedenssicherung. Derzeit ist das Zentrum in der Region Ukraine, Rumänien und der Republik Moldau sowie auf dem Balkan, im Altai und in Korea in Projekten involviert. Weitere Infos unter: www.centreforeconics.org

Für Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:

Fachkontakt

Prof. Dr. Pierre Ibisch
Fachbereich für Wald und Umwelt
Fachgebiet: Naturschutz
Telefon: 03334 657-178
E-Mail: pierre.ibisch@hnee.de

Pressekontakt

Annika Bischof
Forschungs- und Transfermarketing, Hochschulkommunikation
Telefon: 03334 657-227
E-Mail: annika.bischof@hnee.de

Pressemitteilung als PDF

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