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Nachhaltiger Roggenanbau für Bio-Ethanol

Projektleitung:

 Prof. H.-P. Piorr

Projektkoordinator:

 Dr. rer. agr. K. Lorenz

Wissenschaftliche Mitarbeiter:

 Dipl.-Ing. (FH) J. Noack

Der Einsatz erneuerbarer Energien zur Reduzierung von Treibhausgasen findet im Bereich der Kraftstoffe bisher kaum statt. Lediglich Biodiesel erzielt mittlerweile einen nennenswerten Anteil am Kraftstoffmarkt. Eine EU-Richtlinie zu Biokraftstoffen sieht vor den Anteil der Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen bis 2010 auf 5,75 % auszuweiten und bis 2020 sogar auf 20 % zu steigern. Diese ehrgeizigen Ziele entstanden vor dem Hintergrund begrenzter Erdölreserven, zunehmender Importabhängigkeit mit stark schwankenden Preisen und Problemen im Zusammenhang mit einem möglichen Treibhauseffekt.

Mittlerweile bieten Bioethanolwerke, den Landwirten eine neue Vermarktungsmöglichkeit für Getreide (z.B. Roggen) an. An den Rohstoff werden aber spezifische Anforderungen gestellt, so dass die Landwirte für diese Produktionsrichtung umdenken müssen. Im Unterschied zu Getreide für die Nahrungs- oder Futtermittelzwecke wird hier kein hoher Kornproteingehalt angestrebt, sondern muss sogar als negativ angesehen werden. Betreiber von Bioethanolanlagen brauchen vor allem Getreidepartien, die möglichst stärkereich sind. Die Stärke ist der entscheidende Stoff, aus dem auf dem Wege der Verzuckerung und alkoholischen Gärung Bioethanol entsteht. Mit zunehmenden Stärkegehalt, steigt in der Regel auch die Alkoholergiebigkeit des Rohstoffes an. Hohe Proteingehalte im Korn führen parallel dazu zu sinkenden Stärkegehalten und vermindern die Bioethanolausbeute.

Geeignet für die Bioethanolproduktion sind besonders stärkereiche Getreidepflanzen, wie Weizen, Triticale und Roggen. Gerade die leichten Sandböden in Brandenburg lassen eine Verwertung des Roggens als Bioethanolrohstoff aus Sicht der Landwirtschaft wegen begrenzter Anbaualternativen ökonomisch wünschenswert erscheinen.

 

Neben der Arten- und Sortenwahl muss der Landwirt unbedingt auch produktionstechnische Besonderheiten beachten, um eine hohe Ausbeute bei Rohstoff Roggen zu erzielen. In erster Linie geht dabei um eine gezielt Stickstoffdüngung, die hohe Erträge und niedrige Rohproteingehalte sichert. Beachtet werden sollte auch eine gute Kornausbildung (hohes Tausendkorn- und Hektolitergewicht) sowie eine geringe Anfälligkeit gegenüber Ährenfusarien (geringes Mutterkornrisiko).

Aus diesen Überlegungen entstand das Projekt „Nachhaltiger Roggenanbau für Bio- Ethanol“. Die Projektinhalte verteilen sich auf zwei Schwerpunkte, die im Laufe von drei Jahren bearbeitet werden:

  1. Untersuchungen zum nachhaltigen Bioenergiepotenzial des Roggens in Brandenburg und angrenzender Regionen hinsichtlich der Verarbeitung zu Bioethanol.
  2. Aufbau eines Qualitätsmanagements zur nachhaltigen Optimierung der Ethanol-ausbeute aus Roggen.

(letzte Änderung: 08.07.2008 von Karsten Lorenz)