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Bisherige Erkenntnisse

Im bisherigen Projektverlauf haben wir sechs Perspektiven herausgearbeitet, mit denen wir die Herausforderungen des unverpackten Einkaufens betrachten (vgl. Tabelle 1).

Verpackungen übernehmen im heutigen Lebensmittelhandel eine Reihe von Funktionen, etwa Schutz-, Lager-,, Transport-, Marketing-, Hygiene und Informationsfunktion. Diese müssen anders erfüllt werden, wenn auf Verpackung verzichtet wird. Unsere Annahme ist, dass ein erheblicher Teil der Herausforderungen ganz wesentlich hiermit verknüpft ist und dass dies mit einer Umstellung von Handlungsmustern und Routinen auf allen Stufen der Wertschöpfungskette verknüpft ist. Es gilt, Lösungen zu finden, die auf allen Stufen anschlussfähig und praktikabel sind.

Tabelle 1: Perspektiven und Herausforderungen des unverpackt-Konzepts

 Perspektive

Herausforderung

 Kernperspektiven

 

 Beschaffung

  • Bestellprozess: Warenbestand/-erfassung, Warenwirtschaftssystem, Mindestbestellmengen, Verfügbarkeit
  • Beschaffung: Kooperation mit Lieferanten, Optimierung der Verpackung (Gebindegrößen, Verpackungsmaterial)
  • Logistik: Alternative Transportverpackungen, Losgrößen
  • Produkte: Anforderungen, Sortimentsgestaltung, Kompromisse

 Vermarktung

  • Kund*innen: Gewinnung / Bindung von Kund*innen, Kaufbarrieren/Verhaltensänderung
  • Entwicklung des Ladens: PoS-Aktionen, Sortimentsweiterentwicklung, „Marketing ohne Verpackung“

 "Innen"

  •  Geschäftsführung und Personal: Herausforderung Quereinstieg, Führung, Mitarbeiter*innenschulung
  • Wirtschaftlichkeit: Kosten, Umsätze, Kennzahlen (Messung, Planung)
  • Ladengestaltung: Hygiene, Schädlingsmanagement, Kennzeichnungspflichten, Design, Produktplatzierung
Branche
  • Partnerschaft / Kooperation
  • Wettbewerb / Konkurrenz

 Weitere Perspektiven

 

 "Außen"

  • Rechtliches und Verwaltung: Hygienebestimmungen, Kennzeichnungspflichten, Umgang mit Ämtern
  • Kritik am Konzept: „klassischer“ LEH, Verpackungswirtschaft, Berichterstattung (Medien), Verbraucherschutz
 Umwelt
  • Ökologie: Kennzahlen (Materialmengen, Einsparpotentiale), Verbesserung der Ressourceneinsparung
 

Quelle: Kröger et al. 2017

Mit der Herausarbeitung der sechs Perspektiven wurde somit erstmals vertieftes und fundiertes Wissen über dieses neuartige und mutmaßlich nachhaltige Vermarktungskonzept generiert, das im Weiteren empirisch untermauert wird.

Im Rahmen der empirischen Phase liegt der Fokus auf den drei Kernperspektiven Beschaffung, Innen und Vermarktung; diese werden im Rahmen von Fallstudien vertiefend untersucht. Die Branchenperspektive wird mit der weiteren Vernetzungsarbeit (Workshops und gemeinsame Webseite) in den Blick genommen und befördert.