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Klimaneutrales Semesterticket


Hintergrund

Die HNEE verursacht derzeit ca. 300 t CO2-Äquivalente pro Jahr an klimaschädlichen Treibhausgasemissionen durch den Verbrauch von Wärme und Strom sowie durch Emissionen aus der Mobilität (Fuhrpark, Dienstreisen). Durch die Umsetzung ihres Klimaschutzkonzeptes versucht die HNEE diese Emissionen weiter zu verringern und kompensiert die verbleibenden Emissionen durch ein Klimaschutzprojekt des Ivakale e.V. Der Pendelverkehr zwischen den Wohnorten der Studierenden und der HNEE verursacht ca. 1000 t CO2-Äquivalente pro Jahr und ist nicht Teil der CO2-Bilanzierung der HNEE. Als Herr Dr. Grube, damaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, an der HNEE die 5. Sustainability Lecture gehalten hat, wurde er darauf angesprochen, ob die Deutsche Bahn die HNEE nicht dabei unterstützen könne, das Semesterticket klimaneutral zu gestalten. Daraufhin gab es mehrere Treffen und Gespräche mit Vertretern des AStAs, der Hochschule, des VBB und der Verkehrsunternehmen des Eberswalder Semestertickets, um eine Möglichkeit der Klimaneutralstellung der Greencard zu erarbeiten. Ergebnis der Treffen und Gespräche ist das hier vorgestellte Projekt.


Ziel des Projekts

Die Eberswalder Greencard fördert nachhaltige Mobilität in Form des Öffentlichen Personennahverkehrs und spart damit bereits viele Treibhausgasemissionen im Vergleich zum motorisierten Individualverkehr ein. Im nächsten Schritt sollen auch die ca. 1000 t CO2-Äquivalente pro Jahr, die im Rahmen des Semestertickets rechnerisch ausgestoßen werden, bilanziell reduziert werden. Deshalb sollen in der Projektlaufzeit von zunächst 3 Jahren ab dem Wintersemester 2017/2018 die CO2-Emissionen bilanziell auf null reduziert werden.


Bilanzielle Klimaneutralstellung

Durch zusätzliche Einkäufe von Ökostrom durch die Verkehrsunternehmen, die bisher nicht komplett auf Ökostrom umgestiegen sind, und Kompensationsdienstleistungen, um die Emissionen aus Dieselfahrzeugen sowie die sog. Vorkettenemissionen der Erneuerbaren Energien auszugleichen, werden die Treibhausgasemissionen bilanziell auf 0 g CO2-Äquivalente reduziert. Die Grafik zeigt die im Rahmen des Semestertickets gefahrenen Personenkilometer nach Verkehrsunternehmen, die Aufteilung nach der Antriebsart und den daraus resultierenden Bedarf an Ökostrom und Kompensationsdienstleistungen.Modell_Klimaneutralstellung_Rafalski_zugeschnitten





Kompensationsprojekt

Die Treibhausgasemissionen der dieselbetriebenen Fahrzeuge sowie der Vorkettenemissioinen der Erneuerbaren Energien von rechnerisch 170 t CO2-Äquivalenten sollen über das Kooperationsprojekt der HNEE mit dem Ivakale e.V zum Schutz des Kakamega Regenwaldes in Kenia ausgeglichen werden. Im Rahmen des Projektes werden in Haushalten der Region um den Kakamega Regenwald energieeffiziente Lehmherde eingebaut. Im Vergleich zu den traditionellen offenen Feuerstellen, können so ca. 30 - 60 % Brennholz eingespart werden. Der Einbau und die Nutzung der Lehmherde verlangsamen somit die Degradierung des stark übernutzten Regenwaldes. Darüber hinaus profitieren die Familien von einer geringeren Rauch- und Arbeitsbelastung. In dem Projekt wird mit lokalen Partnern vor Ort zusammengearbeitet und somit Einkommen für die Bevölkerung generiert. Die HNEE bevorzugt das Projekt des von Alumni gegründeten Ivakale e.V. gegenüber dem Kauf von „anonymen“ Zertifikaten und kann das Projekt in Lehre und Forschung integrieren.


Finanzierungsmodell

Die Projektkosten belaufen sich durch den Einkauf von Ökostrom und Kompensationsdienstleistungen auf ca. 44.000 € in der Projektlaufzeit von 3 Jahren. Die Kosten werden in etwa zu gleichen Teilen von den Verkehrsunternehmen, den Studierenden und der Hochschule getragen. Die Studierenden haben in der Studentischen Vollversammlung beschlossen im Rahmen eines „Klimaeuro“ als Aufschlag auf das Semesterticket (1 € je Semester je Studierende/r) einen finanziellen Beitrag zum Projekt zu leisten.



Klimafreundliche Aspekte des Projektes



1. Zumindest ein Teil der berechneten CO2-Emissionen kann global eingespart werden*. Außerdem wird der Ausbau der Erneuerbaren Energien gefördert.

2. Durch die Berechnung und Kommunikation der CO2-Emissionen des Semestertickets trägt das Projekt zur Bewusstseinsbildung bei.

3. CO2-Emissionen bekommen einen Preis. Die Atmosphäre wird somit nicht mehr als "kostenlose Müllkippe" benutzt.

* durch Verlagerungseffkete beim Ökostrombezug werden die Emissionen global um weniger als 1000 t CO2e/a sinken


Das Projekt " [...] wird sicher nicht die bundesweite CO2-Bilanz drastisch senken, ist aber ein Schritt, der gerne nachgeahmt werden kann." (Wilhelm-Günther Vahrson; Präsident der HNEE)