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Über IFEM

Ziel des Studienganges

Der Studiengang qualifiziert zur anwendungsorientierten Arbeit in Organisationen des nationalen sowie internationalen Naturressourcenmanagements. Die Absolventen sind befähigt, (Wald-)Ökosysteme nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit zu erhalten und zu bewirtschaften.

Die Studierenden erwerben die Fähigkeit, ökologische und gesellschaftliche Systeme zu dokumentieren und analysieren. Durch den Erwerb von Fähigkeiten des strategischen und adaptiven Managements werden die Studierenden in die Lage versetzt, konkrete Lösungsansätze zu entwickeln und zielorientiert umzusetzen. Die erlangten Kenntnisse und gewonnenen internationalen Erfahrungen befähigen zum weltweiten Einsatz in Wald- und Landnutzungs- sowie Naturschutzprojekten. Hieraus resultiert eine besondere Qualifikation für die Bewältigung der Herausforderungen in Entwicklungsländern.

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Grundlagen

Die Wälder unserer Erde sind von grundlegender Bedeutung für die Stabilität und Funktion unserer globalen Ökosysteme und somit auch für die Lebensgrundlagen unserer Gesellschaft. Im Rahmen einer nachhaltigen globalen Entwicklung ist es unsere Aufgabe, die Wälder der Erde für zukünftige Generationen zu erhalten und ihre vielfältigen ökologischen, ökonomischen und sozialen Funktionen durch nachhaltige Bewirtschaftung zu sichern.

In den letzten beiden Jahrzehnten hat sich weltweit in der Waldbewirtschaftung eine Fülle vielfältiger Berufsfelder herausgebildet. Dabei hat sich das Anforderungsprofil erheblich verändert: das Berufsbild des vorrangig an der ökonomischen Nachhaltigkeit interessierten Forstwirts weicht demjenigen eines ganzheitlichen Ökosystem-Managers. Dieser ist in der Lage, die Walderhaltung und -bewirtschaftung in ein umfassendes Landnutzungskonzept zu integrieren und sie unter Beteiligung von relevanten Landnutzern und Akteuren zu planen und durchzuführen. Wesentlich sind inzwischen auch Kenntnisse der vielfältigen politischen Übereinkünfte und Mechanismen, welche auf eine nachhaltige Erhaltung der unterschiedlichsten Waldfunktionen abzielen.

Das Konzept des Ökosystem-Managements entstand in den 1980er Jahren und wurde zu Beginn der 90er Jahre nicht nur bekannter, sondern auch von den ersten Behörden als offizieller Landnutzungsansatz verfolgt (z.B. US Forest Service).In diesem Zusammenhang ging es bereits um die Anwendung auf die Waldbewirtschaftung, und der BegriffForestEcosystem Management(FEM) wurde eingeführt. FEM bemüht sich um ein systemisches Verständnis der Faktoren, welche die Strukturen, Prozesse und Funktionen von Waldökosystemen bestimmen. Dazu gehören neben den naturwissenschaftlich-ökologischen Zusammenhängen auch die Interaktionen der Waldsysteme mit den sie beeinflussenden und nutzenden menschlichen Gesellschaften. Aus diesem Verständnis müssen dann konkrete Managementansätze abgeleitet werden.

Dabei geht es auf internationaler Ebene nicht immer und allein um die nachhaltige Nutzung der Wälder. In vielen Teilen der Erde konkurrieren Wälder mit alternativen, oftmals kurzfristig ertragreicheren Landnutzungsformen. Das Ergebnis des steigenden Nutzungsdrucks und der fortschreitenden Entwaldung ist ein dramatischer Verlust von gesunden und funktionalen Waldökosystemen und ihrer biologischen Vielfalt. Die größte Herausforderung für den Waldökosystem-Manager ist, den Wald nicht mehr allein auf die Gewinnung eines einzigen Hauptproduktes wie etwa Holz zu bewirtschaften, sondern die Befriedigung möglichst zahlreicher Bedürfnisse unterschiedlichster Interessengruppen sicherzustellen. Dabei spielen Ökosystemleistungen z.B. im Zusammenhang mit dem Wasser- und Kohlenstoffhaushalt der Biosphäre eine immer größere Rolle.

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Der Ansatz der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde

Der innovative StudiengangInternational ForestEcosystem Management(IFEM) wurde bereits 1998 als einer der ersten seiner Art von der HNE Eberswalde eingeführt. Er wurde mit einem Gütesiegel des DAAD und der Deutschen Hochschulrektorenkonferenz ausgezeichnet und nach der erstmaligen Akkreditierung im Jahr 2002 auch im Jahr 2009 erfolgreich reakkreditiert. Der Studiengang wird kontinuierlich weiter entwickelt, um auch zukünftig die Ausbildung an die weltweit veränderten Anforderungen anzupassen, welche sich nicht nur durch die zunehmende Bedeutung des Ökosystemansatzes, sondern auch durch die permanent wachsende Herausforderung der Walderhaltung ergeben.

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Merkmale und Struktur des Studiengangs

  • Sechssemestriger Bachelor-Studiengang

1. und 2. Semester:Theoretisches Studiensemester (methodische und fachliche Grundlagen)

3. und 4. Semester:Theoretisches Studiensemester (Nutzung und Erhaltung von Waldökosystemen)

5. Semester:Praktisches Studiensemester (im Ausland zu absolvierendes Praktikum mit starkem Berufsbezug; ausländische Studierende können das praktische Studiensemester in Deutschland absolvieren)

6. Semester:Theoretisches Studiensemester (Integrales Waldökosystem Management und Bachelor-Arbeit)

  • 180 ECTS Credits (30 Credits pro Semester)
  • International anerkannter Abschluss als „Bachelor of Science“ (B.Sc.)
  • Angebot von Lehrveranstaltungen in englischer und deutscher Sprache

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Inhalte und Lernziele

Eine solide ökologische und waldbezogene Ausbildung wird durch Angebote z.B. aus den Bereichen Sozioökonomie, Naturschutz, Recht und Management ergänzt. Neben den naturwissenschaftlichen, sozialen und forstwirtschaftlichen Grundlagen werden auch wichtige Elemente des Ökosystemansatzes wie z.B.adaptive managementgelehrt. Wichtige Themenkomplexe des Studiums umfassen:

  • Naturschutzmanagement
  • Biologische und ökologische Grundlagen des Wald- und Wildtiermanagements
  • Rechtliche, soziale und politische Grundlagen des Wald- und Naturressourcenmanagements
  • Waldmanagement im ökonomischen Zusammenhang
  • Waldnutzung und Waldschutz
  • Technische Aspekte der Waldbewirtschaftung (z.B. Vermessung, Inventur, Walderschließung)
  • Analyse und Interpretation von waldbezogenen Umweltdaten mittels Datenbanken, Statistik und Geographischen Informationssystemen (Fehlt in der englischen Übersetzung)

Darüber hinaus werden wichtige Schlüsselqualifikationen vermittelt:

  • Problemlösungs- und Entscheidungskompetenzen
  • Teamfähigkeiten und soziale Kompetenzen
  • Prozess- und Projektmanagementkompetenzen
  • Fremdsprachliche, kommunikative und rhetorische Fähigkeiten
  • Fähigkeiten im Bereich der Informationsbeschaffung und –verarbeitung (einschließlich Umweltinformationstechnologie, GIS, etc.).

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Einzigartigkeit und Arbeitsmarktchancen

Der IFEM-Studiengang ist nach wie vor weltweit einer der wenigen seiner Art (vergleichbare Studiengänge gibt es z.B.an der York University oder Iowa State University, USA sowie in New Brunswick, Kanada). Er erfreut sich einer großen Beliebtheit bei den Bewerbern aus dem gesamten Bundesgebiet bzw. aus dem Ausland. Im Rahmen der unzähligen Kontakte zu Institutionen im In- und Ausland ist zudem die überdurchschnittliche Qualität der IFEM-Studenten und Absolventen bekannt geworden.

Zum WS 2005/2006 und zum WS 2009/2010 erfolgte jeweils eine umfassende Reform der Lehrinhalte und
-formen, um das Angebot noch besser an die Bedürfnisse des internationalen Arbeitsmarktes anzupassen und eine weitere Qualitätssteigerung zu erreichen. Dabei wird unter anderem auch der Entwicklung des Ökosystemansatzes Rechnung getragen, welcher inzwischen offiziell vom UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt (CBD) angenommen wurde. Entsprechend ist es eine wichtige Bestrebung vieler Regierungen, den Ökosystem-Ansatz in ihrer Landnutzungsplanung und in der Politik umzusetzen. Besondere Beachtung finden dabei die Gemeinsamkeiten und Synergieeffekte des Ökosystemansatzes und der Prinzipien der nachhaltigen Forstwirtschaft.

Entsprechend qualifizieren sich die Absolventen des IFEM für sehr vielfältige Berufsfelder. Sie sind besonders dafür prädestiniert, im Rahmen von konkreten Landnutzungs-, Forstwirtschafts- oder Naturschutzprojekten an der Umsetzung von naturressourcenbezogenen Übereinkommen und Konventionen mitzuwirken. Als Arbeitgeber kommen öffentliche und private Institutionen bzw. privatwirtschaftliche Betriebe in Frage. Für den Einsatz z.B. im Kontext der Entwicklungszusammenarbeit sind die Absolventen besonders gut gerüstet.

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