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Vergangene Veranstaltungen



Filmabend: SAUACKER von Tobias Müller

  

Mit:

Tobias Müller - Regisseur des Films,
erfolgreiche SoLaWi-Bäuer/in im besten Alter: Martina Bressel (Hof Schwalbennest),

Anja Hradetzky - bald Milchvieh-Jungbäuerin an der Oder & BJL-Mitglied,
und einer studentischen Hofnachfolgerin: Eva Bensel

moderiert von Ingo Frost - Wandelbar-Initiator


Der Ökostammtisch, Bündnis junge Landwirtschaft, die HNE und Wandelbar luden am 25.11.2014 zur Filmvorführung "Sauacker" mit anschließender Diskussion zum Thema: "Hofübergabe und Generationswechsel" ein.



Welche Geschichte steht hinter dem Film?

SAUACKER erzählt den hindernisreichen Weg von Jungbauer Philipp, der mit viel Schwung versucht, den verstaubten Bauernhof seines Vaters zu übernehmen. ´Ich mache es my way´ lautet seine Devise.

„Wachse oder weiche“ wird in den Landwirtschaftsschulen gelehrt: Das Einzige, was auf dem vordergründig idyllischen Hof der schwäbischen Bauersfamilie Kienle verlässlich wächst, sind die Schulden. Der 30-jährige Jungbauer Philipp drängt darauf, auf dem fast 300 Jahre alten Hof alles anders zu machen. Sein Vater Konrad ist skeptisch. Die Zeiten sind hart für die bäuerliche Landwirtschaft. Wo soll inmitten der Globalisierung mit Billiglebensmitteln aus aller Welt die Finanzierung für notwendige Veränderungen herkommen? Die Bank will ein belastbares Konzept und Philipps Freundin lieber malen als melken.

Bauer Konrad erinnert sich, dass er es selbst schwer gehabt hat, den Hof vor 30 Jahren seinem Vater abzuringen. Jetzt ist es an ihm, die Wiesen und Weiden seinem Sohn. Ein packender und zutiefst berührender Dokumentarfilm, der ungeahnte Einblicke in eine Lebens- und Arbeitswelt gibt, die still und leise vom Aussterben bedroht ist.




Ökostammtisch zu Low Stress Stockmanship

Kurz vor Weihnachten lauschten 45 Leute in der Aula den Erklärungen von Dr. Wilhelm Schäkel zu Low Stress Stockmanship, dem stressarmen Umgang mit Herdentieren. Die Organisatoren des Ökostammtischs luden den Betriebsleiter der Bio Ranch Zempow und die Herdenmanagerin Line Behr nach Eberswalde ein.

Low Stress oder Natural Stockmanship steht für eine Methode, nach der ein Mensch durch Körpersprache, Position und Bewegungsmuster eine Herde lenken und leiten kann. Wilhelm Schäkel zeigte den Studenten wie eine Kuh sieht und wie er durch Hin- und Herlaufen die Aufmerksamkeit aller Herdenmitglieder auf sich zieht. Je näher der Mensch der Herde kommt, umso stärker wird sein Impuls und die Tiere werden im rechten Winkel zu der gelaufenen Linie losgehen. Sobald das Tier sich bewegt, nimmt der Mensch den Druck weg, bleibt nicht dran, sondern vergrößert den Abstand und wendet den Blick von einzelnen Tieren ab.

Bilder vom Alltag auf der Bio Ranch Zempow rundeten die kurze Einführung in die Methode ab. Es gab Fragen zum Umgang mit Bullen, zum Besuch des Tierarztes und ob Low Stress Stockmanship mit allen Rassen möglich ist. Wilhelm Schäkel sprach auch über die Motivatoren der Kuh. Angst ist der stärkste Motivator, gefolgt von den Hormonen und Futter (Gier). Vertrauen, den schwächsten Motivator, muss sich der Mensch erst erarbeiten. Line Behr meinte dazu jedoch, dass es genügt, die Herdenkontrolle bewusst durchzuführen, da es da schon einen Trainingseffekt sowohl beim Menschen als auch bei den Tieren geben kann.

Wer sich für die praktische Umsetzung interessiert oder die Methode erlernen will, kann ein Traineejahr im Herdenmanagement auf der Bio Ranch Zempow absolvieren oder an einem der Seminare oder Workcamps teilnehmen.


Autorin: Anja Feierabend



Ökostammtisch zu Landgrabbing in Ostdeutschland

30 angehende Junglandwirte/innen versammelten sich am 18. Dezember 2013 in der Aula um sich über den Umgang mit dem existenziellen Gut der Menschheit — Land und Boden — zu informieren und gegen die Ungerechtigkeiten in der Privatisierung der bundeseigenen Flächen im Osten Deutschlands vorzugehen.

Nach dem Film „Die Jagd nach Land“ gab es eine anregende Diskussion, denn wie es sich zeigt, sind es nicht nur spekulative Gründe, die den Bauern das Land geradezu entziehen, sondern auch die Politik, die mit der Bodenvergabe der BVVG, ehemals Treuhand, das zu privatisierende Land (in Brandenburg sind es noch ca. 100.000 Hektar) seit 1992 zum Großteil vergünstigt an Großbetriebe verkauft. Kleinen, arbeitsintensiven Betrieben wurde der Zugang verwehrt. Sie hatten kaum eine Chance an Land zu kommen, höchstens über verdeckte Versteigerungen, bei denen es entweder zu horrenden Preisen kam oder sich durch Seilschaft immer ein Höherbietender fand.

Am 30. Januar wird es ein Bund-Länder-Gespräch geben, bei denen die Landvergabekriterien geändert werden können. Es gibt einen guten Gesetzesvorschlag der Grünen, doch die weite Masse der Politik versteht nicht, dass junge Menschen in Brandenburg das „nichts zukunftsfähige“ Modell der bäuerlichen Landwirtschaft verwirklichen wollen.

Es gab einen Aufruf von HNE Studierenden und Auszubildenden der Freien Ausbildung den Politikern eine persönliche Nachricht zu schreiben (darüber „dass es uns uns gibt, dass wir Land brauchen und was wir damit machen wollen“). Nur so können die Dörfer wieder bevölkert und nachhaltig genutzt werden. Sie fordern außerdem eine Überarbeitung der Bodenvergabe-Praxis und des Priviligierungsgesetzes und ein klares Bekenntnis für die bäuerliche, ökologische Landwirtschaft und Existenzgründer.


Autorin: Anja Feierabend



Ökostammtisch zum Thema ökologische Getreidezüchtung

Eingeladen hatte der Ökostammtisch am 10. Januar 2013 zur letzten Veranstaltung dieser Reihe im laufenden Wintersemester. Als Referent konnte Dr. Karl-Josef Müller von der Getreidezüchtungsforschung Darzau gewonnen werden. Der Abend stand unter der Überschrift „Getreidezüchtung anders – Methoden, Kosten, Finanzierung und rechtliche Rahmenbedingungen einer Öko-Züchtung“. Eine gute Stunde berichtete er über die Vorgehensweise bei der Roggen und Gerstenzüchtung, über aktuelle Forschungsfragen, Herausforderungen und Erkenntnisse aus früheren und laufenden Untersuchungen. Im weiteren Verlauf wurden noch Themen wie Sortenzulassung, Nachbaugebühren und alternative Finanzierungsmodelle einer Züchtung angeschnitten. Bei der abschließenden Diskussion konnten die ca. 50 Zuhörer ihrer Fragen loswerden und Meinungen zu dem Thema äußern.

Deutlich wurde, dass es für den Erhalt und die Ausweitung ökologischer Züchtungsinitiativen eine neue Form der Finanzierung braucht. Das aktuelle Finanzierungsmodell, welches die Mittel hauptsächlich aus öffentlichen Forschungsgeldern und Stiftungszuwendungen bezieht, hat mit rückläufigen Einkünften zu kämpfen. Hier sind die Landwirte, als Nutznießer des Züchtungsfortschritts gefragt, ihren Beitrag zur Refinanzierung der Züchtungskosten zu leisten. Einerseits durch die Nachfrage nach ökologisch gezüchteten Sorten und andererseits mit der Zahlung eines fairen Betrages aus gemeinschaftlicher Selbstverpflichtung bei Nachbau von Sorten.

Wer Interesse an dem Thema der Getreidezüchtung hat, für den besteht die Möglichkeit ein Praktikum in Darzau zu machen. Auch Saisonarbeitskräfte für die Erntezeit werden immer gesucht.


Autor: Johannes Bexten