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HNE Eberswalde verleiht Ehrensenatorenwürde an Prof. Dr. Michael Succow

Michael Succow, prominenter Landschaftsökologe und Träger des Alternativen Nobelpreises, wird Ehrensenator der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde. Die Hochschule würdigt mit ihrer höchsten Auszeichnung die besonderen Verdienste von Prof. Dr. Michael Succow während der Gründung der Hochschule. Als Mitglied des Gründungsenats in der Phase November 1991 bis zum Dezember 1994 habe Succow die Entwicklung und Profilierung der Hochschule entscheidend geprägt, so die Begründung.

Die Auszeichnung wird am 19. April 2012 im Rahmen des Festaktes zum 20-jährigen Jubiläum der HNE Eberswalde offiziell verliehen. Der Senat der Hochschule würdigt mit der Ernennung Succows visionäre und gestalterische Ansätze bei der Hochschulentwicklung. Ihm sei es zu verdanken, dass statt der traditionellen Landespflege bzw. Landschaftsplanung nach bekanntem Muster, ein neues, innovatives und praxisorientiertes Berufsbild an der Eberswalder Hochschule entwickelt wurde, das angesiedelt ist im Schnittbereich zwischen ökologischem Grundlagenwissen, Planung, behördlicher Umsetzung und Konfliktmanagement.

Sein Leitbild dabei war, im Einklang mit dem von ihm maßgeblich beeinflussten Aufbau der Großschutzgebiete in den neuen Ländern, ein Naturschutz mit und durch Landnutzung und die Aufhebung der Segregation in degradierte „Hochleistungsflächen" und Naturschutzgebiete. Daraus entstanden letztlich das Berufsbild und die Studiengangsbezeichnung eines „Diplom-Ingenieur für Landschaftsnutzung und Naturschutz". Dieser Studiengang hat zum Ziel, breit qualifizierte Fachkräfte auszubilden, die in der Lage sind, konsensuale Lösungen zwischen Landnutzung und Naturschutz mit regionalem Bezug zu entwickeln.

Das von Succow propagierte und entwickelte Konzept hat sich voll bewährt: Die damalige Ausrichtung auf den Generalisten im Kopplungsbereich zwischen Landnutzung, Ökologie und Naturschutz durchzieht noch heute die Bachelor- und Masterstudiengänge in ‘Landschaftsnutzung und Naturschutz‘ und ‘Regionalentwicklung und Naturschutz‘. Es ist dadurch der Hochschule schon von Beginn an gelungen, im Verhältnis zu ähnlichen Anbietern am Markt (Landespflege, Landschaftsplanung) erfolgreich ein sehr eigenes Profil zu entwickeln. Dieses wurde von Succow im Gründungssenat durchgesetzt.

Im weiteren Verlauf der Hochschulentwicklung war Succow der Hochschule in zahlreichen Aktivitäten verbunden, z.B. durch Lehrveranstaltungen wie die Nachhaltigkeitsvorlesung, Vorträge und Kolloquien, oder seine Beteiligung an zahlreichen Berufungskommissionen sowie die Beratung in Projektbeiräten, wie derzeit im Projekt „Innovationsnetzwerk Klimaanpassung Brandenburg Berlin". Gleichzeitig pflegt Michael Succow einen engen und sehr direkten Kontakt mit der Studierendenschaft der Hochschule.

Michael Succow war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2006 Professor am Lehrstuhl für Geobotanik und Landschaftsökologie der Universität Greifswald. Für seine Verdienste um den Naturschutz in Osteuropa bekam er 1997 den Alternativen Nobelpreis der Right Livelihood Award Foundation in Stockholm. Mit dem Preisgeld setzte er den finanziellen Grundstock der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur. Der Träger des Bundesverdienstkreuzes engagiert sich in zahlreichen Initiativen und Verbänden zum Schutz der Natur, von 1990 bis 2003 war er Vizepräsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU). Als Stellvertreter des Ministers für Natur-, Umweltschutz und Wasserwirtschaft der DDR trug er maßgeblich dazu bei, dass von der letzten DDR-Regierung das Nationalpark-Programm verabschiedet wurde, mit dem große Flächen zum Nationalpark oder Biosphärenreservat deklariert wurden.