Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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ReSpan – Recycling von Spanholzwerkstoffen

Holzspan- und Holzfaserwerkstoffe zählen aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften und ihrer Dimensionsstabilität (geringes Quell- und Schwindverhalten) zu den wichtigsten Holzwerkstoffen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Ressourcenausnutzung, da bei ihrer Herstellung auch Komponenten wie Sägereste, fehlerhaftes Holz und Altholz verwertet werden können, die für neue Massivholzprodukte nicht in Frage kommen. Nachteilig ist jedoch, dass im Falle von nicht mehr benötigten bzw. beschädigten Holzspan- und Holzfaserwerkstoffen, abgesehen von der thermischen, bisher kaum eine sinnvolle Nachnutzung zur Verfügung steht.

Hier setzt das Forschungsprojekt Respan an und hat zum Ziel, ein Recyclingverfahren für Holzwerkstoffe, im Besonderen für MDF, OSB, Flachpressplatten und Palettenklötze, zu entwickeln. Dabei sollen nicht nur Teile, sondern möglichst alle Bestandteile der Werkstoffe einer Nachnutzung zugeführt werden.

Hierfür muss eine dem jeweiligen Plattenwerkstoff chemisch angepasste Recyclingformulierung gefunden werden, die in der Lage ist, den in den Werkstoffen duroplastisch ausgehärteten Klebstoff (u. a. Harnstoff-Formaldehyd (UF), Phenol-Formaldehyd (PF) oder Polymeres Diphenylmethandiisocyanat (PMDI)) ohne Schädigung der Holzspäne und/oder -Fasern zu lösen, so dass die Recyclingpulpe erneut reaktiv gegenüber einer thermisch induzierten Vernetzung ist. Dieser Entwicklungsschritt obliegt der Einrichtung für Polymermaterialien und Composite (PYCO) des Fraunhofer-Instituts für angewandte Polymerforschung (IAP).

Die HNEE wird in ihrem Teilvorhaben die erforderliche Verfahrenstechnik entwickeln, welche die Trennung der Holzspan- und Holzfaserwerkstoffe von Fremdstoffen wie z.B. Beschichtungen, Lackierungen, Störstoffen und metallischen Fremdstoffen ermöglicht. Zusätzlich sollen durch die Trennung möglichst sortenreine Holzspan- und Holzfaserwerkstoffe erhalten werden. Ziel hierbei ist es, das Recyclingverfahren in der Praxis an den Reinstoffen zu ermöglichen. Darüber hinaus werden an der HNEE sowohl Untersuchungen bezüglich der Geometrie und Beschaffenheit der chemisch gelösten Späne als auch mechanische Prüfungen und emissionsrelevante Untersuchungen an Prototypen der recycelten Plattenwerkstoffe durchgeführt.

Durch die Implementierung der im Projekt angestrebten Recyclingprozesse in die Holzindustrie könnte die Ressourceneffizienz des eingesetzten Holzes weiter verbessert werden. Hierdurch ergibt sich ein wichtiger Beitrag dazu, den Bedarf an neuem Holz zu reduzieren und damit auch eine nachhaltigere Forstwirtschaft zu ermöglichen.

ReSpan


Verbundprojektpartner

Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) (Projektkoordination) - Einrichtung für Polymermaterialien und Composite (PYCO)

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) - Fachgebiet Chemie und Physik des Holzes sowie chemische Verfahrenstechnik

System 180 GmbH

Pfeifer Holz Lauterbach GmbH

PreZero Stiftung & Co. KG


Förderrahmen

Das Verbundvorhaben „Recycling von Spanholzwerkstoffen“ wird im Auftrag und aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Förderkennzeichen: 2220HV043B

Projektlaufzeit: 01.06.2021 – 30.11.2023

BMELFNR


Projektleiter

Prof. Dr.-Ing. Alexander Pfriem (Alexander.Pfriem@hnee.de)

Ansprechpartner

Axel Mund B.Sc. (Axel.Mund@hnee.de)

Dipl.-Ing. (FH) Fabian Wulf (Fabian.Wulf@hnee.de)