Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Saftausbeute und Produktschonung verschiedener Saftpressen

Mit UnterstĂŒtzung durch    


DurchfĂŒhrende:

Eckart Kramer (HNEE) und Jonas Schöneberg (Gesundheitsmanufaktur)


Problemstellung: 

  • Zur UnterstĂŒtzung einer gesunden ErnĂ€hrung ist im Handel eine große Vielfalt von Saftpressen erhĂ€ltlich. Die ĂŒberwiegende Zahl wird als „besonders schonend“ bzw. mit „beste Saftausbeute“ beworben. Gesundheitsbewusste bezahlen hĂ€ufig viel Geld fĂŒr eine solche Presse.
  • Zur verbesserten Information sind Daten aus Pressversuchen von besonderer Bedeutung.



Ziele:

  • Zur Bewertung von bis zu acht verschiedenen Pressen- bzw. Mixervarianten werden Entsaftungsversuche durchgefĂŒhrt. HierfĂŒr stellt Keimling Naturkost die verschiedenen Saftpressen unentgeltlich zur VerfĂŒgung.
  • Im Fachgebiet Prozessmanagement und Technologien im Ökolandbau werden die Pressversuche durchgefĂŒhrt und ausgewertet. Mit UnterstĂŒtzung der Gesundheitsmanufaktur erfolgt eine physiologische Bewertung der Ergebnisse.
  • Die Ergebnisse und deren Bewertung werden produktanonym veröffentlicht.
  • Wenn die Ergebnisse dieses Tests Erfolg versprechend sind, wird ein gemeinsames Forschungsprojekt beantragt, um die Versuche auszudehnen (verschiedene HerkĂŒnfte der Obst- und GemĂŒsearten) und auf andere Parameter (z.B. Vitamine, Enzyme, sekundĂ€re Inhaltsstoffe ...) und VerarbeitungsintensitĂ€ten auszuweiten.

 

Messen der Anfangstemperatur. Beispiel: Kopfsalat

Material und Methoden:

  • Ernteprodukte (u. a. Salat, Möhren, Äpfeln, rote Beeten) werden in mit jeweils vier Wiederholungen in bis zu acht verschiedenen Pressen- bzw. Mixervarianten entsaftet bzw. zerkleinert.
  • Die Saftausbeute wird mit einer Laborwaage (Mettler Toledo) ermittelt.
  • Die Temperaturerhöhung beim Pressen bzw. Mixen wird als Maß fĂŒr die mechanische Beanspruchung des Pressgutes bestimmt (Sensorelemente N 801, NTC Typ N, an Datalogger ALMEMO 2890-9).
  • Zur weiteren vergleichenden Bewertung werden jeweils das Redoxpotenzial, der pH-Wert, die elektrische LeitfĂ€higkeit und ggf. der Sauerstoffgehalt gemessen (Kombi-Messelektrode MTR IV an MT 732 AnalysegerĂ€t; pH-Einstabmesskette PHER-112-SE, Redox-Einstabmesskette RHEK-Pt-S, LeitfĂ€higkeitssonde mit Temperaturkompensation, Sonde fĂŒr gelösten Sauerstoff mit Temperaturkompensation an Datalogger ALMEMO 2890-9)
  • Statistische Auswertung mit MS Excel, ggf. physiologische Bewertung der Messwerte mit Auswertungssoftware BEV-Win


 Messen der Endtemperatur im gegressten Saft

Ergebnisse:

  • Erste Ergebnisse zeigen, dass zwischen den Pressen Unterschiede in der Saftausbeute und in der Beanspruchung bestehen.
  • Bei den untersuchten Saftpressen wurden durchschnittliche Saftausbeuten zwischen 71,9 Prozent und 88,4 Prozent gemessen. Die durchschnittliche ErwĂ€rmung des Presssaftes — ein Maß fĂŒr die Beanspruchung des Gutes bei Pressen — liegt zwischen 2,4 Kelvin und 8,2 Kelvin. Je niedriger der Wert, desto schonender der Entsaftungsvorgang.
  • In den bisherigen Versuchen wurde die höchste Saftausbeute von 88,4 % bei vergleichsweise schonender Verarbeitung (3,05 Kelvin) mit der Saftpresse „Green Starℱ Elite “ mit grobem Sieb erzielt. Bei Verwendung des feinen Siebes wurde eine durchschnittliche Ausbeute von 85,9 Prozent bei einer ErwĂ€rmung um 3,5 Kelvin ermittelt.

  • Die geringste ErwĂ€rmung des Pressgutes wurde mit durchschnittlich 2,4 Kelvin mit der Saftpresse „Solo Star“ gemessen. Die mit dieser Presse erreichte durchschnittliche Saftausbeute betrug 74,0 Prozent.

Die Messung aller Parameter erfolgt unmittelbar nach Ende des Pressvorgangs

Durchschnittliche Saftausbeute und ErwÀrmung bei der Herstellung von Pressaft bei Verwendung verschiedener Pressen

Danksagung:

  • Der Keimling Naturkost GmbH fĂŒr die Bereitstellung der Pressen und fĂŒr die finanzielle UnterstĂŒtzung der Versuche.
  • Der Bildungseinrichtung Buckow e.V., dem Globus Naturkostladen und dem Ökodorf Brodowin fĂŒr die logistische und materielle UnterstĂŒtzung.