Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
•••
Menü

Arbeitsgruppe Verpackungsreduktion in der Lebensmittelwirtschaft

© HNEE, Florian Reischauer

Die individuelle Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Waren des t√§glichen Bedarfs ist  heute in der Regel damit verbunden, auch die entsprechende Verpackung zu erwerben. Verpackungen machen einen wesentlichen Teil des best√§ndig wachsenden Kunststoffaufkommens aus. Dabei genie√üt die Vermeidung von Abf√§llen laut Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetz die h√∂chste Priorit√§t vor Wiederverwendung und Recycling. Doch diese Vermeidung ist in der Praxis meist voraussetzungsreich und schwierig.

Kunststoffe sind g√ľnstig und praktisch, haben viele Vorteile und sind in den heutigen Lieferketten nicht ‚Äěeinfach‚Äú zu ersetzen. Sie sind sowohl Kennzeichen als auch Treiber der globalisierten Wirtschaft. Als solche bilden sie die materielle Basis des heutigen Alltags: Die industrielle Produktion g√ľnstiger und vielf√§ltiger Kunststoffe f√ľhrte seit den 1950er Jahren zu deren umfassender und vielf√§ltiger Nutzung, nicht zuletzt auch f√ľr Einwegverpackungen. In den letzten 70 Jahren hat sich nahezu weltweit ein Konsummodell etabliert, das auf der selbstverst√§ndlichen und einfachen Nutzung und Entsorgung der Verpackungen basiert. Verpackungen sch√ľtzen Lebensmittel und andere G√ľter vor Verderb, sie halten sie frisch, erm√∂glichen den effizienten Transport √ľber lange Strecken, informieren √ľber Inhaltsstoffe und erm√∂glichen die Kommunikation zwischen den herstellenden Firmen und ihren Kundinnen.

Kurz & gut: Verpackungen √ľbernehmen vielf√§ltige und wichtige Funktionen in den zunehmend globalisierten Wertsch√∂pfungsketten der Lebensmittelindustrie. Und nur ein Teil ist f√ľr die Kund*innen sichtbar. Die sogenannte ‚Äúunsichtbare Verpackung‚ÄĚ f√§llt auf dem Lebensweg der Produkte an und ist von den Kund*innen nicht beeinflussbar.

In vielen L√§ndern herrschte lange Zeit die allgemeine Einsch√§tzung vor, dass das wachsende Aufkommen von Verpackungsm√ľll technisch l√∂sbar sei und deshalb kein gesellschaftliches Problem darstelle. Deutschland sah sich selbst √ľber Jahrzehnte mit einigem Stolz als ‚ÄěRecyclingweltmeister‚Äú. Das Pro-Kopf-Aufkommen an Kunststoffverpackungsabf√§llen ist in Deutschland im EU-Vergleich eines der h√∂chsten. Folgerichtig wurde die Vermeidung von (Kunststoff-) Verpackungen zuletzt eines der meistdiskutierten und am intensivsten medial verhandelten Umwelt- und Nachhaltigkeitsthemen. Mit der zunehmenden √∂ffentlichen Thematisierung der gravierenden negativen Folgen der steigenden Verpackungs- und Kunststoffproduktion stellte sich die technische L√∂sbarkeit der Verpackungsm√ľllproblems in den letzten Jahren zunehmend als kollektive Fehleinsch√§tzung heraus.

Die Reduktion und Vermeidung von Verpackungsabf√§llen entspringen dem Leitbild der Kreislaufwirtschaft. In der Praxis ist die effektive Verpackungsvermeidung oftmals herausfordernd und schwierig, da die vielf√§ltigen Funktionen von Verpackung alternativ erf√ľllt werden m√ľssen. F√ľr die Entwicklung praxistauglicher L√∂sungen bedarf es interdisziplin√§ren Know-Hows, Wertsch√∂pfungsketten √ľbergreifender Expertise zu sinnvollen Alternativen sowie fundierter Erfahrungen in transdisziplin√§ren Prozessen. Hier setzt die Arbeitsgruppe mit ihren Projekten an und will mit deren Realisierung zur effektiven Verpackungsreduktion und Nachhaltigkeitstransformation im Lebensmittelsektor beitragen.

Die Arbeitsgruppe agiert an der Schnittstelle Forschung und Praxis, bezieht Akteurinnen und Akteure von Beginn an ihre Projekte ein und entwickelt mit ihnen praxistaugliche und Wertsch√∂pfungsketten √ľbergreifende L√∂sungen, die zur effektiven Reduktion von Abfall aus Einwegverpackungen beitragen.



Die Arbeitsgruppe Verpackungsreduktion in der Lebensmittelwirtschaft stellt sich vor:


1JP2021Querformat2

Prof. Dr. Jens Pape


Nachhaltige Unternehmensf√ľhrung
in der Agrar- und Ernährungswirtschaft


Raum: 01.204 (Stadtcampus)
Telefon: +49 (3334) 657 332 
Fax: +49 (3334) 657 282

E-Mail: Jens.Pape[at]hnee.de

Sprechzeit: nach Vereinbarung - Terminabstimmung via E-Mail