Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Berufsziel Schutzgebietsbetreuer*in

Ziele der Ausbildung

Die Vertiefung soll LaNu-Studierenden mit dem Berufswunsch Schutzgebietsbetreuer*in bzw. Ranger erm├Âglichen, sich bereits w├Ąhrend des Studiums umfassend auf den Berufsalltag vorzubereiten. Ziel ist es, Praktiker*innen auszubilden, die nach Abschluss des Bachelors nicht nur einen umfangreichen Wissensschatz zu Landschaftsprozessen und Naturschutzwerten vorweisen k├Ânnen, sondern auch die im Beruf ben├Âtigten Methodenkenntnisse und zwischenmenschlichen Kompetenzen erworben haben.

Durch die Kooperation mit Praxispartner*innen in der Lehre, w├Ąhrend Exkursionen und in Projekt- und Abschlussarbeiten und durch das Kennenlernen des Berufsalltags w├Ąhrend des Praktikums sollen die Studierenden der Vertiefung fr├╝hzeitig Kontakte und Einblicke in die Arbeitswelt erhalten.


Aufgaben eines*r Schutzgebietsbetreuer*in

So vielf├Ąltig wie die verschiedenen Schutzgebiete und Landschaften, in denen Gebietsbetreuer*innen arbeiten, sind auch die Aufgaben, die diese im Beruf erwarten. Jedoch kann man den typischen Berufsalltag eines*r Gebietsbetreuer*in in vier Themenfelder aufteilen.

Aufgaben


HerrichteneinerBrutplattformf├╝rFlussseeschwalben
Bild: Naturwacht Brandenburg

Artenschutz, Landschaftspflege und Monitoring: Klassische Aufgabe des Gebietsschutzes ist die praktische Naturschutzarbeit. Ein*e Gebietsbetreuer*in muss deshalb Kenntnisse in Biologie und ├ľkologie besitzen, den Zustand der Biotope in einem Gebiet einsch├Ątzen k├Ânnen und das Vorkommen an Tier- und Pflanzenarten kennen. Landschaftspflegema├čnahmen werden durchgef├╝hrt oder angeleitet und Artenschutzprojekte umgesetzt. In vielen Schutzgebieten m├╝ssen au├čerdem regelm├Ą├čig Kartierungsarbeiten durchgef├╝hrt bzw. weitere Daten erhoben werden, um gesetzlichen Monitoringpflichten nachzukommen.


Gebietskontrolle
Bild: Naturwacht Brandenburg

Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Regelungen: Was in einem Schutzgebiet (un)zul├Ąssig ist, regelt die Schutzgebietsverordnung. Deren Einhaltung wird von den Schutzgebietsbetreuer*innen regelm├Ą├čig bei Touren durch das Gebiet kontrolliert. Ob Wanderer abseits der Wege, illegale Camper oder Hundehalter*innen, die ihre Tiere nicht an die Leine nehmen - Ranger treffen auf viele Menschen, die oftmals unabsichtlich gegen den Schutz der Natur verstossen. Ausgepr├Ągte kommunikative F├Ąhigkeiten sind f├╝r den richtigen Umgang mit diesen verschiedenen Personengruppen enorm wichtig und sollten w├Ąhrend der Ausbildung geschult werden. Zus├Ątzlich wird in vielen Schutzgebieten kontrolliert, ob sich die dortigen Landnutzer*innen (etwa im Vertragsnaturschutz) an die vereinbarten Bewirtschaftungsvorgaben halten. Je nach geltendem Recht besitzen einige Gebietsbetreuer*innen hoheitliche Rechte und k├Ânnen Bu├čgelder ausstellen oder sogar Strafanzeige erstatten.


F├╝hrrungeinerBesuchergruppeimKanu
Bild: Naturwacht Brandenburg

Bildung, Besucher*innenbetreuung und ├ľffentlichkeitsarbeit: Schutzgebietsbetreuer*innen werden auch als die "Visitenkarte" eines Schutzgebietes bezeichnet. W├Ąhrend, f├╝r die ├ľffentlichkeit "unsichtbar", in der Verwaltung die naturschutzfachliche Planung erfolgt oder Projekte ausgearbeitet werden, arbeiten die Gebietsbetreuer*innen nahe am Menschen. Sie kommen in Kontakt mit den Besucher*innen, Anwohner*innen und Bewirtschafter*innen und dienen als Ansprechpartner*in vor Ort. In ├Âffentlichen F├╝hrungen, Umweltbildungsprogrammen f├╝r Schulen oder Exkursionen f├╝r Fachpublikum vermitteln sie die Besonderheiten der Natur und m├╝ssen daf├╝r eine zielgruppengerechte Sprache finden.


Aufstellen einer Informationstafel
Bild: Naturwacht Brandenburg

Bau und Instandhaltung der touristischen und naturschutzrelevanten Infrastruktur: Das Wegenetz, die Informationstafeln oder Schutzh├╝tten in Schutzgebieten m├╝ssen regelm├Ą├čig von Rangern gewartet werden. Auch der Bau neuer Anlagen ist in einigen Gebieten die Aufgabe der Gebietsbetreuer*innen. Handwerkliche F├Ąhigkeiten sind hierbei nat├╝rlich von Vorteil.


Je nach Gr├Â├če eines Schutzgebiets, Umfang des Personalstamms, Zielsetzung im Gebiet oder auch Talent eines Rangers sind auch die Aufgaben in den Einsatzstellen unterschiedlich: Einige Gebietsbetreuer*innen ├╝bernehmen viele der oben genannten Aufgaben, andere konzentrieren sich auf wenige Aufgabenfelder.


Um verschiedene typische Aufgaben eines*r Schutzgebietsbetreuer*in detailliert zu sehen, vergr├Â├čern Sie bitte mit einem Klick die einzelnen Grafiken:

AufgabenOeko

AufgabenKontrolle

AufgabenInfra

AufgabenBildung






Arbeitsfelder

Gro├čschutzgebiete



Die meisten Schutzgebietsbetreuer*innen in Deutschland arbeiten in Gro├čschutzgebieten. Dazu z├Ąhlen die Nationalparke, Biosph├Ąrenreservate und Naturparke, die seit 2005 unter der Dachmarke Nationale Naturlandschaften zusammengefasst sind. Arbeitgeber sind ├╝berwiegend Landesverwaltungen, die f├╝r die Betreuung der Gro├čschutzgebiete zust├Ąndig sind (bspw. Forstbeh├Ârden).


Regional und kommunal

Bundesl├Ąnder, Landkreise, St├Ądte und Kommunen sind f├╝r den Erhalt und die Pflege ihrer Schutzgebiete verantwortlich. Hierf├╝r werden in einigen Regionen eigene Ranger eingestellt, die au├čerhalb der Gro├čschutzgebiete arbeiten. Meist sind sie beim Land angestellt, doch vermehrt finden sich auch kreisfreie St├Ądte und Landkreise, die eigene Schutzgebietsbetreuer*innen f├╝r diese Aufgabe einstellen.


Nicht-staatliche Tr├Ąger

Links:

Biologische Stationen NRW

Biologische Stationen Rheinland

Stiftung Naturschutzpark L├╝neburger Heide

Weitere Arbeitsfelder bieten sich bei privaten Stiftungen oder Naturschutzverb├Ąnden, die eigene, f├╝r den Naturschutz wertvolle Fl├Ąchen besitzen. Deren Betreuung wird mitunter von hauptamtlichen Gebietsbetreuer*innen ├╝bernommen. Da bei der Pflege der Gebiete meist viele Ehrenamtliche, Vereinsmitglieder oder F├ľJler*innen/Bundesfreiwilige eingespannt werden, m├╝ssen die Gebietsbetreuer*innen in diesem Arbeitsfeld neben den ├╝blichen Aufgaben auch das Freiwilligenmanagement koordinieren.


Selbstt├Ąndigkeit

Bisher arbeiten nur wenige Ranger in Deutschland als private Dienstleister*innen f├╝r Kommunen, Vereine oder Schutzgebiete. Je nach Auftrag und auch eigenen Kompetenzen bieten sie Umweltbildungsangebote, Landschaftspflegedienste oder auch Kartierungsarbeiten an. Sie sind nicht zu verwechseln mit zertifizierten Natur- und Landschaftsf├╝hrer*innen, die selbstst├Ąndig F├╝hrungen anbieten.