Digital Alchemy: Muster, Daten und Strukturen bändigen
Parametrisches Design mit Rhinoceros & Grasshopper
Grasshopper verändert, wie wir entwerfen: statt jedes Bauteil einzeln zu modellieren, definiert man Regeln – und der Computer generiert die Geometrie. In fünf kompakten Modulen führt dieser Workshop von den Grundlagen des node-basierten Denkens bis zu physikbasiertem Formfinding.
Es wird mit der Logik des Fließens gestartet: Datentypen, Parameter, Listen und der Weg von Grasshopper zurück ins Rhino-Modell. Darauf baut die Attractor-Logik auf – Muster und Fassaden, die auf einen Punkt reagieren, inklusive Remapping von Zahlenbereichen. Im dritten Modul geht es organisch weiter: Voronoi-Diagramme, zufällige Punktverteilung und Offsets für 3D-Druck oder Laserschnitt. Modul vier widmet sich Daten-Skulpturen – mit Graph Mapper, Serien und Loft-Operationen entstehen Vasen, Lampenschirme und geschwungene Möbel. Zum Abschluss wird es dynamisch: In „Formfindung mit Kangaroo – Wenn Physik zum Werkzeug wird" wird mit der Partikel-Feder-Engine physikalische Verhalten simuliert und es werden Formen gefunden, die sich nicht zeichnen, sondern berechnen lassen.
Jedes Modul dauert 90 Minuten und startet mit einem vorbereiteten Starter-File, damit ihr direkt in die kreative Logik einsteigen könnt – ohne Zeitverlust durch Vorarbeit.
Voraussetzung:
- Teilnahme an allen fünf Terminen (19.-23.10.2026 jeweils 16:00-17:30 Uhr)
eigener Laptop mit installiertem Rhino (90-Tage-Demoversion ausreichend)
Modul 1: Die Logik des Fließens (Pflicht-Basics)
Ziel: Das „Node-basierte“ Denken verstehen und die erste Geometrie steuern.
- Interface-Quickstart: Canvas, Komponenten, Parameter und die Verbindung zum Rhino-View-Port.
- Datentypen: Was ist der Unterschied zwischen einem Punkt, einer Linie und einer Zahl?
- Die erste Manipulation: Einen Kreis durch einen Schieberegler (Slider) in Radius und Position verändern.
- Einführung in Listen: Das Konzept von „eins zu vielen“ – wie erstelle ich eine Reihe von Objekten?
- Bakery: Wie bekomme ich die Geometrie zurück nach Rhino?
Modul 2: Muster & Rhythmus (Attractor Logik)
Ziel: Dynamische Fassaden oder Oberflächenmuster erstellen.
- Raster-Logik: Erstellen von Punktgittern (Grids).
- Der „Attractor-Point“: Geometrie (z. B. Lochgrößen in einer Platte) basierend auf der Entfernung zu einem Punkt verändern.
- Remapping: Zahlenbereiche anpassen (z. B. Abstände von 0–100 auf Radien von 0.2–2.0 übertragen).
- Anwendung: Perforierte Bleche oder parametrische Wandpaneele.
Modul 3: Organische Strukturen (Voro-Manipulation)
Ziel: Zellulare Strukturen und natürliche Muster verstehen.
- Voronoi-Diagramme: Erzeugung von Zellstrukturen auf Flächen.
- Populate Geometry: Zufällige Punktverteilung als Basis für organisches Design.
- Smoothing & Offsets: Kanten abrunden und Rahmenstärken für 3D-Druck oder Laserschnitt definieren.
- Anwendung: Schmuckdesign, Trennwände oder Leichtbaustrukturen.
Modul 4: Daten-Skulpturen (Mathematische Kurven)
Ziel: Komplexe Formen aus einfachen Regeln generieren.
- Graph Mapper: Kurven visuell zeichnen, um Geometrie zu verformen (z. B. eine Vase ausbeulen).
- Range & Series: Fortgeschrittene Listenmanipulation für Spiralen oder Wellenformen.
- Loft-Operationen: Mehrere Profile zu einer fließenden Form verbinden.
- Anwendung: Produktdesign (Vasen, Lampenschirme) oder geschwungene Möbel.
Modul 5: Formfindung mit Kangaroo (Partikel-Feder-Engine)
Ziel: Formfindung durch physikalische Simulation statt manuellem Modellieren.
- Kangaroo Grundlagen: Die Partikel-Feder-Engine verstehen – wie aus Kräften Geometrie entsteht.
- Solver-Logik: Ziele (Goals) definieren, Simulation starten und Gleichgewichtszustände finden.
- Kräfte & Constraints: Schwerkraft, Federn, Anker-Punkte und Kollisionen kombinieren.
- Anwendung: Membranstrukturen, Netzkonstruktionen oder organische Freiformflächen aus einfachen Ausgangsgeometrien.
Referenten: Tim Peters und Tassilo Goldmann (Gründungszentrum)
Hier geht es zur Anmeldung.