BRI: Publikation zu Biosphärenreservaten und Landschaftsnarrativen
Welche Landschaftsnarrative prägen den Diskurs und die Wahrnehmung von Biosphärenreservaten – und wie integrieren sie deren mitunter widersprüchlichen Doppelauftrag aus Naturschutz und nachhaltiger Entwicklung? Dieser Frage widmet sich eine Studie von Prof. Erik Aschenbrand und Co-Autorinnen und -Autoren, die kürzlich in Tourism Geographiesveröffentlicht wurde.
Auf Grundlage einer vergleichenden Analyse von Kommunikationsstrategien in neun europäischen Biosphärenreservaten in Deutschland, Italien und Schweden zeigt die Untersuchung, dass trotz großer kultureller, ökologischer und sozioökonomischer Unterschiede ein übergreifendes Narrativ der „Ländlichkeit“ dominiert. Die Autorinnen und Autoren argumentieren, dass die Darstellung von Biosphärenreservaten als ländliche Idylle Prozesse der Urbanisierung weitgehend ausblendet – obwohl diese für nachhaltige Entwicklung zentral sind und stärker im MAB-Programm verankert werden sollten.
Aschenbrand, E., Cisani, M., Meneghello, S., & Chance, J. (2025).
Heritage and landscape narratives: How rural stereotypes are shaping UNESCO biosphere reserves. Tourism Geographies, 1–18.
https://doi.org/10.1080/14616688.2025.2581191