BRI: Neue Veröffentlichung zu Wissensaustausch zwischen Generationen

Eine neue Veröffentlichung mit Beteiligung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde untersucht, wie traditionelles Wissen in den japanischen UNESCO-Biosphärenreservaten Aya und Mount Hakusan zwischen den Generationen weitergegeben wird. Behandelt wird die Frage, welchen Beitrag dieser Austausch aus Sicht der lokalen Bevölkerung zu nachhaltigen Praktiken und ökotouristischen Lebensgrundlagen leistet.

Die Studie verbindet Befragungen und Interviews mit älteren Menschen, Jugendlichen, lokalen Führungspersönlichkeiten sowie Unternehmerinnen und Unternehmern. In beiden Biosphärenreservaten betrachten die Befragten traditionelles ökologisches Wissen als wichtige Grundlage für den Erhalt ihrer Kultur und die Widerstandsfähigkeit ihrer Gemeinschaften. Junge Menschen sehen die ältere Generation dabei als zentrale Wissensträgerin.

Zugleich macht die Untersuchung Unterschiede deutlich: In Aya erleichtern nach Einschätzung der Befragten der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Beschränkung auf eine einzelne Gemeinde einen regelmäßigen, strukturierten Austausch. Im Biosphärenreservat Mount Hakusan, das mehrere Gemeinden umfasst, sind die Koordination und die Einbindung junger Menschen dagegen schwieriger.

Die Ergebnisse legen nahe, dass generationenübergreifendes Lernen die Wertschätzung des Naturschutzes stärken und nachhaltiges Unternehmertum unterstützen kann. Die Autor*innen betonen deshalb die Bedeutung gemeinsamer Lernräume, von Mentoring-Netzwerken und Bildungsangeboten in den Gemeinden, um traditionelles Wissen in ländlichen Regionen zu bewahren.

Von der HNEE sind Bernadette Ekua Bedua Afful, Racheal Fosu Donkoh und Denise Margaret Matias an der Veröffentlichung beteiligt.

Mammadova, A., Afful, B. E. B., Donkoh, R. F., Monden, S., Harada, S. & Matias, D. M. (2026). Intergenerational Knowledge Exchange in Japanese Biosphere Reserves: Community Perceptions from Aya and Mount Hakusan.Environmental Management, 76, Artikel 255. https://doi.org/10.1007/s00267-026-02560-8