Kirstin Vach zur Professorin für Explorative Datenanalyse in den Holzwissenschaften an der HNEE berufen
Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) hat Prof.in Dr. Kirstin Vach zum 1. März 2026 auf die Professur für Explorative Datenanalyse in den Holzwissenschaften berufen. Mit ihr gewinnt die Hochschule eine ausgewiesene Statistikerin, die ihre methodische Expertise künftig in Lehre und Forschung an der Schnittstelle von Datenanalyse, Materialforschung und nachhaltiger Ressourcennutzung einbringen wird.
Kirstin Vach studierte Mathematik mit Nebenfach Informatik an der Universität Freiburg. Bereits während ihres Studiums entdeckte sie ihre Leidenschaft für angewandte Statistik: Ihre Diplomarbeit schrieb sie am Institut für Medizinische Biometrie und Informatik der Universität Freiburg. Dort blieb sie nach ihrem Abschluss als wissenschaftliche Mitarbeiterin und beschäftigte sich neben methodischer Forschung mit der statistischen Auswertung medizinischer Studien sowie der Beratung von Forschenden.
Ein beruflicher Abschnitt führte sie anschließend nach Odense (Dänemark), wo sie an einem Forschungsinstitut für Allgemeinmedizin arbeitete und ihre Erfahrungen in der medizinischen Forschung weiter vertiefte. Nach der Rückkehr nach Freiburg war sie mehrere Jahre als Statistikerin an der Zahnklinik der Universität Freiburg tätig, wo sie schließlich auch promovierte. In den vergangenen Jahren unterstützte sie zudem die Klinik für Zahnerhaltung an der Medizinischen Hochschule Hannover in statistischen Fragestellungen und reichte dort ihre Habilitationsschrift ein.
Mit ihrer Berufung an die HNEE verbindet Prof.in Dr. Vach die Möglichkeit, eigene wissenschaftliche Schwerpunkte stärker zu gestalten und zugleich die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses aktiv mitzuprägen. „Datenanalyse ist eine klassische Querschnittsdisziplin. Überall, wo Daten entstehen, kann Statistik helfen, Muster und Zusammenhänge zu erkennen und neue Erkenntnisse zu gewinnen“, sagt sie. Genau darin sieht sie auch zahlreiche Anknüpfungspunkte innerhalb der Hochschule – von den Holzwissenschaften bis zu anderen interdisziplinären Forschungsfeldern.
In den kommenden Semestern wird sie zunächst vor allem in den Studiengängen Holzingenieurwesen lehren. Perspektivisch kann sie sich gut vorstellen, statistische Methoden auch stärker in andere Studienbereiche der HNEE einzubringen.
In ihrer bisherigen Forschung beschäftigte sich Vach über viele Jahre mit zahnmedizinischen Fragestellungen. Auf den ersten Blick scheint dies weit entfernt von den Holzwissenschaften. Doch methodisch gibt es erstaunliche Parallelen: Ob Zähne oder Bäume – häufig geht es um viele ähnliche Einheiten, deren Eigenschaften und Belastungen untersucht werden. Auch in der Werkstoffkunde ergeben sich Überschneidungen, etwa wenn es darum geht, die Haltbarkeit von Materialien oder Verbindungen unter verschiedenen Belastungen zu analysieren.
„Die Stärke der Statistik liegt darin, dass ihre Methoden in ganz unterschiedlichen Disziplinen eingesetzt werden können“, erklärt Vach. „Gerade das interdisziplinäre Arbeiten macht den Reiz meiner Forschung aus.“
Mit Blick auf die Zukunft sieht sie ihr Fachgebiet vor großen Veränderungen – nicht zuletzt durch die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz. Neue Methoden könnten künftig helfen, statistische Analysen stärker mit physikalischen, chemischen oder biologischen Modellen zu verbinden. Gerade für die Erforschung von Materialeigenschaften, Verarbeitung und Nutzung nachhaltiger Rohstoffe eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten.
Für Professorin Vach steht fest: „Holz als nachhaltigem Rohstoff gehört die Zukunft. Ich freue mich darauf, mit statistischen Methoden dazu beizutragen, sein Potenzial noch besser zu verstehen und zu nutzen.“