Zum Tod von Prof. Dr. Harald Schill

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde trauert um Prof. Dr. Harald Schill.

Mit ihm verliert unsere Hochschule eine Persönlichkeit, die die Hochschule über viele Jahre geprägt hat. Mehr als drei Jahrzehnte war er in Lehre und Forschung an der HNEE aktiv. Als Professor für Forstbotanik und Phytopathologie hat er Generationen von Studierenden begleitet, fachlich geprägt und für die Vielfalt, Schönheit und Verletzlichkeit pflanzlichen Lebens sensibilisiert.

Geboren in Ingolstadt studierte er Forstwissenschaften mit Schwerpunkt Botanik an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort promovierte er auch an der Forstwissenschaftlichen Fakultät. Früh beschäftigte er sich mit Fragen der Baumvitalität, Waldschäden in Folge der Erderwärmung, mykologischen und phytopathologischen Zusammenhängen sowie möglichen Folgen des Klimawandels für Waldbaumarten.

„Prof. Dr. Harald Schill hat die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde über viele Jahre mit großem fachlichem Engagement und viel Menschlichkeit geprägt. Mit seiner großen botanischen Expertise, seiner Leidenschaft für die Lehre und seinem Engagement für den Forstbotanischen Garten sowie die Stiftung WaldWelten hat er Studierenden, Kolleginnen und Kollegen und vielen Menschen in der Region einen besonderen Zugang zu Wald, Biodiversität und ökologischer Verantwortung eröffnet. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet und werden ihm an der HNEE stets ein ehrendes Andenken bewahren“, sagt Prof. Dr. Matthias Barth, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

An der HNEE verband Prof. Dr. Schill wissenschaftliche Genauigkeit mit großer Anschaulichkeit in der Lehre. Botanik, Dendrologie, Pilzsystematik, Phytopathologie, Praktika und vegetationskundliche Exkursionen waren für ihn Wege, Studierenden den lebendigen Zusammenhang von Pflanzen, Pilzen, Standort, Klima und Waldentwicklung nahezubringen.

Weggefährtinnen und Weggefährten beschreiben ihn als visionären Gestalter: als jemanden, der Ideen nicht nur formulierte, sondern sie mit Beharrlichkeit, fachlicher Überzeugung und unkonventionellem Denken zur Umsetzung brachte. So hat er schon im letzten Jahrtausend einen der ersten englischsprachigen Bachelor-Studiengänge (International Forest Ecosystem Management) an der Hochschule initiiert. 

In besonderer Weise bleibt sein Wirken mit dem Forstbotanischen Garten Eberswalde verbunden, dessen Entwicklung er als langjähriger Direktor maßgeblich prägte. Seiner Beharrlichkeit und Kompetenz ist es zu verdanken, dass das spektakuläre Gewächshaus und das Verwaltungsgebäude, in denen es keine rechten Winkel gibt, in Holzbauweise realisiert werden konnte. 

Mit der Gründung der Stiftung WaldWelten schuf Prof. Dr. Schill gemeinsam mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern eine Institution, die den Wald als Forschungs-, Bildungs- und Erfahrungsraum in die Stadt und die Region hinein öffnet. Mehr als 14 Jahre leitete er die Stiftung als Präsident. Unter seiner Führung wurden Projekte zum Schutz und zur Klimastabilität von Wäldern vorangebracht und der Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit gestärkt, wie zum Beispiel bei den jährlichen Konzerten, bei Filmvorführungen im Forstbotanischen Garten oder bei der traditionellen „WaldWeihnacht“. 

Prof. Dr. Schill verstand den Wald nie allein als Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung. Für ihn war er Lebensraum, Lernort und Zukunftsaufgabe zugleich. Viele Kolleginnen und Kollegen, Weggefährtinnen und Weggefährten sowie ehemalige Studierende werden ihn als kenntnisreichen Wissenschaftler, engagierten Hochschullehrer, beharrlichen Gestalter und zugewandten Menschen in Erinnerung behalten.

Wir sind dankbar für das, was Prof. Dr. Harald Schill unserer Hochschule gegeben hat. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen, Freundinnen und Freunden sowie allen, die ihm nahestanden.