Seifriz-Preis “Ganzheitliche Nachhaltigkeit” an HNEE und Jan Brügge Bootsbau übergeben
Für das gemeinsame Forschungsprojekt BioBasedBoats sind die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und die Jan Brügge Bootsbau GmbH mit dem Sonderpreis „Ganzheitliche Nachhaltigkeit“ des Seifriz-Preises – Transfer Handwerk + Wissenschaft ausgezeichnet worden. Am 10. Juli wurde der Preis in Grödersby, dem Standort der Werkstatt von Bootsbaumeister Jan Brügge, offiziell übergeben.
Handwerklicher Holzbootsbau, moderne Fertigungstechnologien und Nachhaltigkeit lassen sich erfolgreich verbinden. Das zeigt das Forschungsprojekt BioBasedBoats, in dem die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und die Jan Brügge Bootsbau GmbH gemeinsam an neuen Materialien, Materialkombinationen und Fertigungsverfahren für den biobasierten Boots- und Yachtbau gearbeitet haben. Für diesen ganzheitlichen Ansatz aus Handwerk und Wissenschaft wurde die Kooperation mit dem Sonderpreis "Ganzheitliche Nachhaltigkeit" des Seifriz-Preises ausgezeichnet. Am 10. Juli wurde der Preis im Betrieb von Bootsbaumeister Jan Brügge offiziell übergeben.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Weiterentwicklung des Holzbootsbaus hin zu einer leistungsfähigen, alltagstauglichen und zugleich wirtschaftlich konkurrenzfähigen Alternative zum Kunststoffbootsbau. Bootsbaumeister Jan Brügge und Wissenschaftler*innen des Fachgebiets Chemie und Physik des Holzes der HNEE untersuchten dafür biobasierte Materialien, neue Materialkombinationen und effizientere Fertigungsverfahren.
Ein zentraler Meilenstein des Projekts war die erfolgreiche Übertragung des Vakuuminfusionsverfahrens auf die Verleimung von Bootsrümpfen aus Holz. Das Verfahren ermöglicht eine schnellere und präzisere Fertigung, reduziert den Einsatz gesundheitsgefährdender Harze und setzt konsequent auf heimische Holzarten. Damit verbindet es ökologische Vorteile mit handwerklicher Qualität und einer für den modernen Yachtbau relevanten Prozesssicherheit.
Die wissenschaftliche Projektleitung lag bei Prof. Dr.-Ing. Alexander Pfriem, der das Projekt mit seiner Arbeitsgruppe an der HNEE verantwortete und heute an der Technischen Universität Dresden im Rahmen seiner Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie in Forschung und Lehre tätig ist.
„Das Projekt zeigt sehr gut, wie Transfer an der HNEE verstanden wird: als Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Wissenschaft und Praxis“, sagt Anja Kampe, Projektmitarbeitende an der HNEE. „Aus einer konkreten handwerklichen Fragestellung ist eine Innovation entstanden, die ökologische Verantwortung, technische Leistungsfähigkeit und wirtschaftliche Anwendung zusammenführt.“
Die Ergebnisse aus BioBasedBoats bilden eine wichtige Grundlage für die Yachten von Woy Yachts, darunter den Daysailer Woy 26. Dieser wurde bei den European Yacht of the Year Awards 2026 bereits mit dem Special Award “Newcomer of the Year 2026” ausgezeichnet.
Der Seifriz-Preis – Transfer Handwerk + Wissenschaft zeichnet bundesweit herausragende Kooperationen zwischen Handwerksbetrieben und Forschungseinrichtungen aus. Ziel des Preises ist es, Innovationsprozesse sichtbar zu machen, die aus dem Zusammenspiel von praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Expertise entstehen. Der Sonderpreis „Ganzheitliche Nachhaltigkeit“ würdigt Projekte, die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte in besonderer Weise miteinander verbinden.
Hintergrund BioBasedBoats
Das Forschungsprojekt “BioBasedBoats – Entwicklung neuer Verbundmaterialien und Fertigungstechniken zur Steigerung der Effizienz im biobasierten Boots- und Yachtbau” lief an der HNEE von März 2020 bis Mai 2023. Ziel war es, den Bootsbau mit Holz und weiteren biobasierten Materialien durch neue Materialien und effizientere Produktionsverfahren weiterzuentwickeln.