BRI auf der EuroMAB 2026: Verflochtene Zukünfte
Unter dem Motto „Interwoven Futures“ fand vom 14. bis 18. September auf Vancouver Island in Kanada die EuroMAB 2026 statt – das europäische und nordamerikanische Netzwerk des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB). Gastgeber der Konferenz war die Biosphärenregion Mount Arrowsmith. Rund 180 Teilnehmende aus UNESCO-Biosphärenreservaten in Europa und Nordamerika kamen zusammen, um sich über Perspektiven auf den Erhalt der biologischen Vielfalt, nachhaltige Entwicklung sowie kooperative und innovative Ansätze für globale Herausforderungen auszutauschen.
Das Biosphärenreservatsinstitut (BRI) der HNEE war durch Jana Gengelbach, Prof. Dr. Heike Molitor und Franziska Rottig vertreten. Zudem nahm Prof. Dr. Maureen Reed von der University of Saskatchewan in ihrer Funktion als Mitglied des BRI-Governing Boards an der Konferenz teil.
Neben der Teilnahme an Fachvorträgen, interaktiven Workshops und einer Exkursion in die Biosphärenregion Mount Arrowsmith organisierte und gestaltete das BRI-Team gemeinsam mit internationalen Partnern mehrere Workshops. Zu diesen Partnern gehörten unter anderem die Michael Succow Stiftung, das TRANSECTS-Netzwerk und das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue.
Im Rahmen der Session „Context Matters: Exploring Differences in Transdisciplinary Education Needs Between Sub-Saharan Africa, Europe, and North America“ stellten Jana Gengelbach, Prof. Dr. Heike Molitor und Franziska Rottig das BRI-Projekt „Promoting African Student Researchers for Sustainable Development in UNESCO Biosphere Reserves“ vor. Ziel des Projekts ist es, transdisziplinäre und praxisorientierte Forschung durch Ausbildung, Vernetzung und Wissensaustausch zu stärken. Die Session bot Gelegenheit, Unterschiede in den Anforderungen an transdisziplinäre Bildungsangebote in verschiedenen regionalen Kontexten zu diskutieren. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Integration ethischer Perspektiven in die transdisziplinäre Forschung sowie auf den Kompetenzen, die Studierende benötigen, um sich effektiv an Forschungsprozessen in Biosphärenreservaten zu beteiligen.
Gemeinsam mit Partnern des TRANSECTS-Netzwerks organisierte das BRI zudem den Workshop „Mapping Ripples, Measuring Impact: Participatory Evaluation in Biosphere Regions and Reserves Using Ripple Effects Mapping“. Im Workshop wurde untersucht, wie Evaluation derzeit in Biosphärenreservaten eingesetzt wird. Zudem wurde „Ripple Effects Mapping“ als partizipativer Ansatz vorgestellt, mit dem sich die Auswirkungen von gemeinschaftsorientierter Arbeit identifizieren, dokumentieren und nachvollziehen lassen.
Ein weiterer gemeinsamer Workshop mit dem Titel „From Recognition to Action: Advancing the Network of People for Living Waters Biosphere Reserves“ wurde zusammen mit der Michael Succow Stiftung und dem Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue organisiert. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das neu etablierte und von der UNESCO anerkannte Netzwerk weiterentwickelt und in konkrete Kooperationen sowie einen konkreten Mehrwert für Biosphärenreservate, ihre Gemeinschaften und Ökosysteme überführt werden kann.
Prof. Dr. Heike Molitor war zudem eingeladen, am Panel „Beyond Networking: Towards Assessing the Impact of UNESCO Networks“ teilzunehmen. In die Diskussion darüber, wie die Wirkung und der Mehrwert der MAB-Netzwerke erfasst und bewertet werden können, brachte sie eine wissenschaftliche und forschungsbezogene Perspektive auf Grundlage der Erfahrungen des BRI ein. Im Austausch wurden sowohl messbare Indikatoren als auch weniger sichtbare Ergebnisse betrachtet, etwa neue Beziehungen, gemeinsames Wissen, Vertrauen und gemeinsame Forschungsaktivitäten.
Die Teilnahme des BRI an der EuroMAB 2026 bot wertvolle Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch mit Partnern aus UNESCO-Biosphärenreservaten in Europa und Nordamerika sowie zur Entwicklung neuer Perspektiven für die zukünftige Zusammenarbeit. Die Diskussionen während der Konferenz machten deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Wissensformen zusammenzuführen, darunter indigene und generationenübergreifende Perspektiven, und transdisziplinäre Ansätze für die nachhaltige Entwicklung von Biosphärenreservaten weiter zu stärken.
Mit seinen Beiträgen zur EuroMAB 2026 stärkt das BRI seine internationale Zusammenarbeit innerhalb des Weltnetzwerks der UNESCO-Biosphärenreservate und trägt dazu bei, Forschung, Bildung und Praxis über Regionen und Disziplinen hinweg miteinander zu verbinden.