Internationale Forschung und globale Partnerschaften: Biosphere Reserves Institute zieht Bilanz

Ein Jahr nach der konstituierenden Sitzung seines international besetzten Aufsichtsrats zieht das Biosphere Reserves Institute (BRI) der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) im Rahmen eines Meetings des Aufsichtsrats eine positive Bilanz. In den vergangenen zwölf Monaten hat das unter der Schirmherrschaft der UNESCO stehende Institut seine Forschungsaktivitäten deutlich ausgebaut, internationale Kooperationen gestärkt und seine Rolle als wissenschaftliche Plattform für UNESCO-Biosphärenreservate weiter gefestigt.

Internationale Forschung und globale Partnerschaften: Biosphere Reserves Institute zieht Bilanz

Sichtbar wird diese Entwicklung unter anderem durch zwei neue Promotionsstellen sowie ein durch die Europäische Union gefördertes Marie-Skłodowska-Curie-Fellowship. Die Doktorandin Charlotte Griestop untersucht, wie Biosphärenreservate transformative Mensch-Natur-Beziehungen fördern und gesellschaftliche Veränderungen in Richtung Nachhaltigkeit unterstützen können. Luzmila Rosales erforscht Governance-Strukturen in Gebirgsbiosphärenreservaten und analysiert, wie unterschiedliche Akteursgruppen gemeinsam nachhaltige Entwicklungsprozesse gestalten. Dr. Alebel Melaku wird ab Herbst 2026 im Rahmen des EU-geförderten Projekts „YouthREST“ untersuchen, welchen Beitrag Kulturlandschaften zur psychischen Gesundheit junger Menschen leisten können. Die vergleichende Studie in Deutschland und Äthiopien befasst sich mit Zusammenhängen zwischen nachhaltiger Entwicklung, Landschaftswahrnehmung und dem psychischen Wohlbefinden junger Menschen.

Mittlerweile betreut das BRI sieben Forschungs- und Transferprojekte mit einem Gesamtvolumen von rund 700.000 Euro an Drittmitteln im Jahr 2026. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Biodiversität, Governance, Klimaanpassung, nachhaltiges Ressourcenmanagement und Bildung für nachhaltige Entwicklung. Grundlage dafür ist die im Frühjahr 2026 verabschiedete Forschungsstrategie des Instituts, die die wissenschaftliche Entwicklung des BRI bis 2032 ausrichtet.

Auch in der akademischen Ausbildung und Qualifizierung setzt das BRI Impulse. Der internationale Masterstudiengang Biosphere Reserves Management (BIOM) verzeichnet eine wachsende internationale Nachfrage und begrüßte zuletzt Studierende aus sechs Ländern. Darüber hinaus engagiert sich das BRI in Weiterbildungsangeboten für Fachkräfte aus Biosphärenreservaten weltweit – von Agroforst-Trainings in Ghana bis zu Schulungen zum Einsatz KI-gestützter Monitoringverfahren in Schutzgebieten der Elfenbeinküste.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Ausbau internationaler Netzwerke. Beim 5. World Congress of Biosphere Reserves der UNESCO im chinesischen Hangzhou war das BRI mit mehreren Fachveranstaltungen, wissenschaftlichen Beiträgen und einem eigenen Informationsstand vertreten. Darüber hinaus initiierte und koordinierte das Institut internationale Workshops, Forschungskooperationen und Austauschformate mit Partner*innen in Europa, Afrika, Asien und Nordamerika. Besondere Aufmerksamkeit erhielt dabei ein internationales Vernetzungstreffen europäischer Biosphärenreservate in Eberswalde, das Forschende, Praxisakteur*innen und politische Entscheidungsträger*innen zusammenbrachte.

Parallel dazu hat das BRI seine Kommunikations- und Transferaktivitäten weiter professionalisiert. Mit dem Relaunch der zweisprachigen Website, einer stärkeren Präsenz in digitalen Medien sowie regelmäßigen internen Austausch- und Teamformaten wurden die Voraussetzungen für eine noch engere Zusammenarbeit innerhalb des Instituts und mit internationalen Partner*innen geschaffen.

„Die vergangenen Monate haben gezeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Forschung, Bildung und internationaler Zusammenarbeit steckt“, sagt Dr. Ana Filipa Ferreira, Geschäftsführerin des BRI. „Unser Ziel bleibt es, UNESCO-Biosphärenreservate weltweit als Modellregionen nachhaltiger Entwicklung wissenschaftlich zu begleiten und gemeinsam mit unseren Partnerinnen und Partnern innovative Lösungen für gesellschaftliche Transformationsprozesse zu entwickeln.“

Die zweite Sitzung des Aufsichtsrats brachte erneut Vertreter*innen aus Wissenschaft, UNESCO, Politik und internationalen Partnerinstitutionen zusammen. Das Gremium begleitet die strategische Entwicklung des BRI und unterstützt dessen weitere internationale Profilierung.