HNEE begrüßt neue Studierende

Kritisch denken, den eigenen Weg finden und gemeinsam Zukunft gestalten: HNEE startet ins Wintersemester 2026/27

Mit der Feierlichen Immatrikulation hat die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ihre neuen Studierenden willkommen geheißen. Im Mittelpunkt des Semesterauftakts stand die Frage, was Hochschulbildung in Zeiten gesellschaftlicher, ökologischer und technologischer Umbrüche leisten muss. Rund 600 Erstsemester beginnen ihr Studium an der HNEE – ein Viertel von ihnen kommt aus dem Ausland. Die Verleihung des Nachhaltigkeitspreises der Stadt Eberswalde und des DAAD-Preises würdigte zudem herausragende wissenschaftliche Leistungen, gelebtes Engagement und den Transfer über die Hochschule hinaus.

Kritisch denken, wissenschaftlich fundiert urteilen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen entwickeln: Mit diesen Botschaften hat die HNEE am Donnerstag, dem 24. September 2026 ihren neuen Studierendenjahrgang im Haus Schwärzetal begrüßt. Die Feierliche Immatrikulation bildete den Höhepunkt der Einführungswoche und machte zugleich deutlich, wofür Studium an der HNEE stehen soll: Menschen dazu zu befähigen, Veränderungen nicht nur zu verstehen, sondern sie aktiv mitzugestalten.

HNEE-Präsident Prof. Dr. Matthias Barth nahm in seiner Begrüßung die großen Veränderungen in den Blick, vor denen Hochschulen und Studierende gleichermaßen stehen. Wissenschaft und gesellschaftlicher Diskurs gerieten zunehmend unter Druck, während Künstliche Intelligenz zugleich grundlegend verändere, wie Wissen entsteht, Lernen funktioniert und künftig gearbeitet wird. Umso wichtiger seien Fähigkeiten, die über reines Fachwissen hinausgehen.

„Wir wollen unsere Studierenden befähigen, Veränderung aus der Analyse heraus zu gestalten – überlegt, wissenschaftlich fundiert und gemeinsam mit anderen. Gerade in einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz unser Lernen und Arbeiten verändert, werden Urteilskraft, Kreativität, Empathie und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit wichtiger. Wir schaffen an der HNEE Räume, in denen Studierende genau diese Fähigkeiten entwickeln und ihr eigenes Denken trainieren können“, so Barth.

Die HNEE verstehe sich dabei als befähigende, wirkungsorientierte und sorgende Hochschule. Fach- und Methodenwissen, Nachhaltigkeitskompetenzen und Professional Skills gehören ebenso dazu wie das Lernen und Forschen an realen Herausforderungen gemeinsam mit Partner*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Zugleich wolle die Hochschule ein Ort bleiben, an dem kritische Auseinandersetzung, unterschiedliche Perspektiven und ein respektvolles Miteinander möglich sind.

Daran knüpfte auch die Festrede von Katharina van Bronswijk, Psychologin, Psychotherapeutin und Autorin, an. Sie ermutigte die neuen Studierenden, ihre Studienzeit nicht allein an Prüfungen und Leistungen zu messen, sondern als persönlichen Entwicklungsweg zu begreifen. Studium bedeute auch, das eigene Denken zu hinterfragen, Zusammenhänge zu erkennen, Kooperation zu lernen und die Erfahrung zu machen, selbst wirksam werden zu können.

Mit den rund 600 Neuzugängen zählt die Hochschule aktuell insgesamt etwa 2.300 Studierende. Der neue Jahrgang unterstreicht zugleich die internationale Ausrichtung der Hochschule: Rund ein Viertel der Erstsemester kommt aus dem Ausland. Besonders sichtbar wird die internationale Nachfrage in den englischsprachigen Masterstudiengängen. Damit gewinnt auch die internationale Hochschulgemeinschaft weiter an Bedeutung – für den fachlichen und kulturellen Austausch auf den beiden Campus ebenso wie für die internationale Vernetzung der HNEE in Studium und Lehre.

Innerhalb Deutschlands kamen besonders viele aus Berlin und Brandenburg, gefolgt von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Vertreten sind alle 16 Bundesländer. 

Nachhaltigkeitspreis: Wissenschaft mit konkretem Nutzen für Eberswalde

Nachhaltigkeitspreis: Wissenschaft mit konkretem Nutzen für Eberswalde

Wie aus dem Studium konkrete Impulse für eine nachhaltige Entwicklung entstehen können, zeigte die Verleihung des 7. Nachhaltigkeitspreises der Stadt Eberswalde.

Ausgezeichnet wurde Sophie Krüger, Absolventin des Bachelorstudiengangs Landschaftsnutzung und Naturschutz. In ihrer Bachelorarbeit „Weniger Fläche – Mehr Zukunft? Suffizienzprinzipien im Umgang mit Flächeninanspruchnahme im Klimaanpassungskonzept der Stadt Eberswalde“ untersuchte sie, wie Suffizienz auf kommunaler Ebene praktisch umgesetzt werden kann. Krüger analysierte dafür das Klimaanpassungskonzept der Stadt Eberswalde und arbeitete heraus, wo Suffizienzprinzipien bereits berücksichtigt werden und wo Entwicklungspotenzial besteht. Ergänzend entwickelte sie einen Handlungsleitfaden, der diese Prinzipien mit konkreten kommunalen Maßnahmen verbindet.

Im Kern steht die Frage, wie vorhandener Raum besser genutzt und zusätzliche Flächenversiegelung vermieden werden kann – etwa durch attraktive öffentliche Räume und gemeinschaftliche Angebote. Die Jury würdigte die Arbeit als wissenschaftlich fundiert und hob insbesondere ihr hohes Transferpotenzial hervor.

Der mit 1.000 Euro dotierte Nachhaltigkeitspreis würdigt Abschlussarbeiten, die einen besonderen Beitrag zu einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Entwicklung Eberswaldes leisten. Zugleich steht er für die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt und Hochschule. Betreut wurde Krügers Bachelorarbeit von Prof. Dr. Benjamin Nölting und Prof.in Dr. Uta Steinhardt.

DAAD-Preis würdigt Leistung und Engagement

Dass eine Hochschulgemeinschaft auch vom Engagement füreinander lebt, zeigte die zweite Auszeichnung des Tages. Den DAAD-Preis 2026 für hervorragende Leistungen internationaler Studierender an deutschen Hochschulen erhielt Azenegash Abebe Belachew aus Äthiopien.

Belachew hat im Sommersemester den internationalen Masterstudiengang Biosphere Reserves Management (BIOM) erfolgreich abgeschlossen. Prof.in Dr. Denise Matias nominierte sie aufgrund ihrer hervorragenden Studienleistungen und ihres besonderen Engagements. Während ihrer Studienzeit beteiligte sie sich an interkulturellen Aktivitäten und am Hochschulinformationstag, unterstützte neue BIOM-Studierende beim Ankommen an der HNEE und begleitete als studentischer Buddy einen Doktoranden aus Kenia.

„Die Geschichte von Azenegash Abebe Belachew ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie internationale Studierende unsere Hochschule bereichern und ein unverzichtbarer Teil unserer vielfältigen Gemeinschaft sind“, würdigte Prof.in Dr. Uta Steinhardt, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, die Preisträgerin.

Belachew ist inzwischen nach Äthiopien zurückgekehrt, arbeitet dort an ihrer ehemaligen Hochschule als wissenschaftliche Hilfskraft und sucht aktuell nach einer Promotionsstelle. Zur Preisverleihung meldete sie sich mit einer Videobotschaft aus ihrer Heimat.

Dass Studieren an der HNEE auch bedeutet, Teil der Stadtgesellschaft zu werden, machte Bürgermeister Götz Herrmann deutlich. Er hieß die neuen Studierenden bei der Feierlichen Immatrikulation in Eberswalde willkommen. Im Anschluss setzte sich das Kennenlernen beim traditionellen Empfang der Stadt auf dem Eberswalder Marktplatz fort.

Impressionen

Über die HNEE

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ist mit ihrer ganzheitlichen nachhaltigen Ausrichtung, ihrem einzigartigen und an zukunftsrelevanten Themen ausgerichteten Studienangebot und als starke Institution im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung Impulsgeberin für nachhaltige Entwicklung. Rund 2.300 Studierende aus etwa 60 Nationen studieren und mehr als 400 Beschäftigte lehren, forschen und arbeiten an der modernen Campushochschule. Die Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft durch die Entwicklung tragfähiger Modelllösungen voranzutreiben und die Studierenden mit den erforderlichen Gestaltungskompetenzen auszustatten, das ist die Mission der HNEE.

Hinweis zum Bildmaterial

Die hier zur Verfügung stehenden Fotos können im Rahmen der Berichterstattung verwendet werden. Bitte beachten Sie den Copyright-Hinweis © HNEE | Florian Reischauer