Mähwert mit Mehrwert: Schafhaltung und ihre gesellschaftlichen Leistungen im Fokus
Schafe leisten weit mehr als Landschaftspflege: Sie fördern die Biodiversität, tragen zum Brandschutz bei und schützen Böden vor Erosion. Doch viele dieser gesellschaftlich wertvollen Leistungen werden bislang kaum wahrgenommen oder angemessen honoriert. Wie sich ihr Nutzen besser kommunizieren und vermarkten lässt, steht im Mittelpunkt einer Tagung am 19. November 2026 an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE).
Naturnahe Schafhaltung leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität und zur Pflege von Kulturlandschaften. Schafe halten Flächen offen, pflegen Deiche und können durch ihre Beweidung dazu beitragen, die Ausbreitung von Bränden zu verhindern. Trotz ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Bedeutung finden diese sogenannten Ökosystemleistungen bislang wenig Beachtung. Auch ihre wirtschaftliche Inwertsetzung bleibt häufig hinter dem tatsächlichen Nutzen zurück.
Um das zu ändern, kommen am 19. November 2026 Schafhaltende, Verarbeitende, Vermarktende, Verbandsvertretende und Forschende an der HNEE zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung „Mähwert mit Mehrwert“ steht die Entwicklung von Kommunikationsstrategien, die den gesellschaftlichen Nutzen der Schafhaltung sichtbarer machen, die Wertschätzung für ihre Leistungen stärken und neue Vermarktungsperspektiven eröffnen sollen. Dabei geht es auch darum, wie sich Produkte aus der Schafhaltung mit ihrem ökologischen Mehrwert überzeugend positionieren lassen.
Fachliche Impulse liefern Kerrin Löhe von „BAM! Bock auf Morgen“ aus dem Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation und Dr. Corinna Hölzer von der Initiative „Deutschland summt!“. Beide begleiten zudem die Workshops, in denen gemeinsam mit den Teilnehmenden konkrete Kommunikationsansätze entwickelt werden sollen.
„Die Tagung schlägt die Brücke zwischen Schafhaltung und Kommunikation und versucht Nischenprodukte mit Mehrwert sichtbarer zu machen“, erklärt Mitorganisator Peter Schmidt vom Projekt ReffiSchaf (FöL e. V.).
Die Tagung verbindet damit Perspektiven aus Wissenschaft und Praxis. Ziel ist es, die vielfältigen Leistungen der Schafhaltung stärker im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern und Ansätze für ihre bessere wirtschaftliche Anerkennung zu entwickeln. Langfristig soll dies dazu beitragen, die Schafhaltung zu stärken und wieder mehr Schafe in die Landschaft zu bringen.
Wann: 19. November 2026, 10 – 17 Uhr
Wo: Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde – Stadtcampus, Aula
Wer: InWert Ökosystem Schaf (HNE), reffiSchaf (FÖL)
Für wen: Alle an Schafhaltung und Vermarktung von Ökosystemleistungen Interessierten
Was: Wissenschaftlicher Input, Einblicke in die Praxis, Vernetzung und Austausch
Anmeldung: Bis zum 12.11.2026 über diesen Link.