Nachhaltiger Holzbootsbau: HNEE und Jan Brügge Bootsbau erhalten Seifriz-Sonderpreis
Handwerklichen Holzbootsbau, moderne Fertigungstechnologien und Nachhaltigkeit erfolgreich verbinden war die Idee und Aufgabe des gemeinsamen Forschungsprojekts BioBasedBoats der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und der Jan Brügge Bootsbau GmbH. Für diesen ganzheitlichen Ansatz aus Handwerk und Wissenschaft wurde die Kooperation nun mit dem Sonderpreis „Ganzheitliche Nachhaltigkeit“ des Seifriz-Preises – Transfer Handwerk + Wissenschaft" ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt des Projekts stand die Weiterentwicklung des Holzbootsbaus hin zu einer leistungsfähigen, alltagstauglichen und zugleich wirtschaftlich konkurrenzfähigen Alternative zum Kunststoffbootsbau. Bootsbaumeister Jan Brügge und Wissenschaftler*innen des Fachgebiets Chemie und Physik des Holzes der HNEE forschten dafür erfolgreich an biobasierten Materialien, Materialkombinationen sowie effizienteren Fertigungsverfahren für den Bootsbau.
Die wissenschaftliche Projektleitung lag bei Prof. Dr.-Ing. Alexander Pfriem, der das Projekt mit seiner Arbeitsgruppe an der HNEE verantwortete und heute an der Technische Universität Dresden im Rahmen seiner Professur für Holztechnologie und holzbasierte Bioökonomie in Forschung und Lehre tätig ist.
Ein zentraler Meilenstein des Projekts war die erfolgreiche Entwicklung eines neuartigen Fertigungsverfahrens: Erstmals wurde das Vakuuminfusionsverfahren zur Verleimung von Bootsrümpfen auf Holz übertragen. Das Verfahren reduziert den Einsatz gesundheitsgefährdender Harze, ermöglicht eine schnellere Fertigung und setzt konsequent auf heimische Holzarten. Die so entstandenen Forschungsergebnisse bilden die Grundlage für die Hochleistungsyachten von Woy Yachts, darunter der Daysailer Woy 26. Ausgezeichnet wurde die Woy 26 bei den European Yacht of the Year Awards 2026 übrigens bereits mit dem Special Award „Newcomer of the Year 2026“.
Der Seifriz-Preis – Transfer Handwerk + Wissenschaft zeichnet bundesweit herausragende Kooperationen zwischen Handwerksbetrieben und Forschungseinrichtungen aus. Ziel des Preises ist es, Innovationsprozesse sichtbar zu machen, die aus dem Zusammenspiel von praktischer Erfahrung und wissenschaftlicher Expertise entstehen. Der Sonderpreis „Ganzheitliche Nachhaltigkeit“ würdigt dabei insbesondere Projekte, die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Aspekte in besonderer Weise verbinden.
Die aktuelle Auszeichnung reiht sich ein in eine Serie erfolgreicher Transferkooperationen der HNEE: Bereits zuvor wurde eine Zusammenarbeit der Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Ralf Bloch mit dem Unternehmen Zauberzeug GmbH mit dem Seifriz-Preis ausgezeichnet. Die wiederholte Prämierung unterstreicht die Bedeutung der HNEE als verlässliche Partnerin für innovationsorientierte Handwerksbetriebe.