Zukunft auf dem Acker: Feldtag zeigt Potenziale neuer Kulturen

Auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) trafen sich im Rahmen des Feldtages der HNEE etwa 135 Akteur*innen aus Landwirtschaft, Verarbeitung, Beratung, Forschung und Studium, um über Diversifizierung, regionale Wertschöpfung und neue Perspektiven für Anbau und Markt zu diskutieren.

Unter dem Titel „Diversifizierung mit Hülsenfrüchten und Pseudogetreide“ bot die jährlich stattfindende Veranstaltung Einblicke in Anbau, Verarbeitung und Vermarktung verschiedener Kulturen. Erneut wurde der Feldtag gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus der Region durchgeführt wie dem Gut Wilmersdorf, dem VERN, dem ZALF, der Vermarktungsgesellschaft Bio-Bauern mbH und den Projekten Prowerta und LeguNet. Angesprochen waren insbesondere Landwirt*innen, Verarbeiter*innen, Berater*innen, Projekte, Forschung und natürlich Studierende. Der Feldtag bietet praxisnahes Wissen mit wissenschaftlicher Perspektive und schafft Raum für einen Austausch insbesondere zu regionalen Wertschöpfungsketten.

Im Mittelpunkt des Programms stand die Vorstellung von Parzellenversuchen zu Kulturen wie Quinoa, Rispenhirse, Kichererbse, Soja, Lupine, Platterbse, Trockenbohnen, Sonnenblumen, Artischocke und Kohl. Ein weiterer Programmpunkt für die Teilnehmenden war ein Betriebsrundgang zur Besichtigung der Ackerkulturen des Gut Wilmersdorf. Die Vielfalt der gezeigten Kulturen machte sichtbar, welche Chancen, aber auch welche Anforderungen mit einer stärkeren Diversifizierung im landwirtschaftlichen Anbau verbunden sind.

Das zeigte sich auch in der Podiumsdiskussion „Hülsenfrüchte & Pseudogetreide: Zwischen Praxis, Markt und Politik“ wurden Fragen nach geeigneten Rahmenbedingungen, tragfähigen Vermarktungswegen und der Rolle regionaler Netzwerke aufgegriffen. Deutlich wurde, dass eine erfolgreiche betriebliche Diversifizierung mehr als der zusätzliche oder alternative Anbau von Sorten bedeutet. Auch eine intensive Auseinandersetzung mit Verarbeitung, Beratung, Nachfrage, politischer Unterstützung und verlässlichen Marktbeziehungen gehören zu einem erfolgversprechenden Fundament von Diversifizierung landwirtschaftlicher Betriebe. 

Ein weiterer Programmpunkt war ein offener DAKIS®-Workshop. Dabei konnten Teilnehmende ein digitales Entscheidungsunterstützungsystem für die Anbau- und Betriebsplanung testen, dass datenbasiert die Bereitstellung von Ökosystemleistungen optimiert.

Der Feldtag war auch in diesem Jahr ein wichtiger Ort des Austauschs zwischen Praxis, Forschung und regionalen Akteur*innen. Für Kulturen, die für vielfältigere Fruchtfolgen, neue Wertschöpfungsketten und nachhaltigere Ernährungssysteme interessant sind, wird Wissenstransfer, Erprobung und Kooperation vorausgesetzt. Die Lehr- und Forschungsstation Wilmersdorf bot dafür einen sehr guten Rahmen.