Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
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Projektwerkstatt Gender & Klimagerechtigkeit


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Quelle: endegelaende_jv_190622-18-5608" by endegelaende is licensed under CC BY-NC 2.0


Warum diese Projektwerkstatt?


Die Klimakrise spitzt sich immer weiter zu, effektives politisches Handeln ist bisher nicht zu beobachten. Wir wollen erforschen, wie uns die Kombination ökologischer, feministischer und postkolonialer Perspektiven helfen kann, diese bedrohliche Dynamik zu verstehen und zu durchbrechen.

Laut Umweltbundesamt sind Frauen durchschnittlich stĂ€rker vom Klimawandel betroffen, verursachen weniger Treibhausgase und sind weniger in Entscheidungspositionen reprĂ€sentiert als MĂ€nner. Eine Ă€hnliche Schieflage ist auch im VerhĂ€ltnis zwischen dem Globalen SĂŒden und Norden zu beobachten. Dies auf „natĂŒrliche Veranlagungen“ zu schieben, ignoriert aber in beiden FĂ€llen die wirtschaftliche Ungleichheit, deren historische Durchsetzung und kulturelle Fortschreibung.

Die Welt wird in unserem Denken hĂ€ufig in zwei Pole aufgeteilt: Mensch und Natur, Mann und Frau, RationalitĂ€t und GefĂŒhle, Geist und Körper, Weiße und People of Colour, Industriestaaten und EntwicklungslĂ€nder, „produktive“ Arbeit und „reproduktive“ Arbeit (alles, was der Befriedigung körperlicher BedĂŒrfnisse dient, z.B. Essenszubereitung und Krankenpflege). Dem jeweils zuerst genannten wird dabei eine höhere Wichtigkeit und mehr Macht zugeschrieben und damit auch zugestanden. Der „weniger wichtige“ Pol wird bewusst oder unbewusst als Ressource betrachtet, deren WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse kaum wahrgenommen werden, oder als schutzbedĂŒrftig, mit wenig eigener Initiative.

Ziel der Forschung in unserer Projektwerkstatt ist es, diese Ungleichheiten sichtbar zu machen, sie besser zu verstehen und ihnen Menschen- und Naturbilder entgegenzusetzen, die die VerhÀltnisse nicht lediglich umkehren, sondern Beziehungen in Gleichwertigkeit denkbar machen.

Kontakt

Tutor*innen:

Kaya Thomas

Viktoriia Mokretcova

Gender.Projektwerkstatt@hnee.de


Dozentinnen:

Dr. Henrike Rieken

Dr. Dörte Martens


Womit beschÀftigen wir uns?

  • Gender als soziales Konstrukt. Wie werden Verhaltensmuster und Eigenschaften durch gesellschaftliche Prozesse und historische Entwicklung zu GeschlechtsidentitĂ€ten geformt?
  • Welchen Einfluss nehmen diese genderbasierten Muster auf uns und unser VerhĂ€ltnis zur Natur?
  • Was ist Care-Arbeit, welche Position hat sie in der Marktwirtschaft und was verbindet sie mit dem Klimawandel?
  • Fallbeispiele der Ressourcenverteilung und -nutzung mit Fokus auf Gender- und Klimagerechtigkeit
  • Genderperspektiven in der globalen und nationalen Klimapolitik und Klima-Aktivismus
  • Indigene Perspektiven, (Post-)Kolonialismus in Bezug auf Gender und Klimagerechtigkeit


Wie gehen wir vor?

  • Als gemeinsames Projekt wird ein Zine (selbst produziertes Heft in kleiner Auflage) gestaltet, wie es oft zur Darstellung unabhĂ€ngiger feministischer Perspektiven verwendet wird.
  • Auf dem Weg dahin liegen selbststĂ€ndige und geleitete Arbeit mit sozialwissenschaftlichen Texten, Inputs von Gastreferent*innen, Aufbereitung der Inhalte in Form eines Kurzvortrages, Exkursion zu politischen Veranstaltungen oder Organisationen und ein Workshop zu Grundlagen der Textproduktion.


FĂŒr wen ist die PW geeignet?

FĂŒr alle, die das PhĂ€nomen Klimawandel aus sozialwissenschaftlicher Perspektive verstehen wollen. Vorwissen ist nicht nötig.

Dabei richtet sich die PW explizit an Menschen aller Gender. Das Format soll auch einen Reflexionsraum fĂŒr das eigene VerhĂ€ltnis zu gesellschaftlich geprĂ€gten Rollen bieten.

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    Informationen zum Semester


    Die Projektwerkstatt lĂ€uft ĂŒber 1. Semester und startet im Sommersemester 2021

    Konzept und Modulbeschreibung (Stand 2020).pdf 


    WeiterfĂŒhrende Literatur


    BĂŒcher/Dokumente

    • Bauhardt, Christine: Feministische Ökonomie, Ökofeminismus und Queer Ecologies – feministisch-materialistische Perspektiven auf gesellschaftliche NaturverhĂ€ltnisse, Berlin 2012.
    • Bauhardt, Christine & Çağlar, GĂŒlay (Hrsg.): Gender and Economics. Feministische Kritik der politischen Ökonomie. Wiesbaden 2010.
    • Katz, Christine; Heilmann, Sebastian; Thiem, Anja; Koch, Lea M.; Moths, Katharina; Hofmeister, Sabine (Hrsg.): Nachhaltigkeit anders denken. VerĂ€nderungspotentiale durch Geschlechterperspektiven. Wiesbaden 2015.
    • Mellor, Mary: Ecofeminist Political Economy. Necastle Upon Tyne 2006.
    • Nightingale, Andrea (2006): The nature of gender: work, gender, and environment. In Environment and Planning D: Society and Space, 24,165-185.
    • Power, Marilyn (2013): A social provisioning approach to gender and economic life. In: Figart, Deborah M. / Warnecke, Tonia L. (Ed.): Handbook of Research on Gender and Economic Life. Cheltenham /Northampton: Edward Elgar,T-31.
    • Plumwood, Valerie: Feminism and the Mastery of Nature; Abingdon 2015.
    • Subramaniam, Banu: Ghost stories for Darwin. The Science of Variation and the Politics of Diversity. Illinois 2014